Achim - Von Manfred BrodtDer Gutachter der Stadtverwaltung hat die Entwürfe der zwei beauftragten Architektenbüros zur Sanierung und Erweiterung der Stadtbibliothek geprüft, dabei Mängel und höhere Kosten festgestellt. Gleichzeitig zeigt die Bauverwaltung auf, dass für die gesamte Bibliothek durchaus Platz auch im Rathaus wäre und die Kosten dann unter dem festgelegten Maximum von 900 000 Euro liegen würden.

© ksy
Im Ostflügel des Rathauses wäre genug Platz.
Das Büro Trapez aus Hamburg hatte neben einer Variante, die neben 425 Quadratmetern im Altbau der Bibliothek im Erweiterungsbau nur 112 zusätzliche Quadratmeter bringen würde, einen weiteren Vorschlag vorgestellt, der unter einigem Verzicht auf Sanierungsarbeiten in der alten Bibliothek 160 zusätzliche Quadratmeter für die Bücherei bringen würde.
Dieser Vorschlag sollte aus Sicht der Achimer Grundstücks- und Gebäudeabteilung jedoch verworfen werden, da auf sicherheitsrelevante Punkte wie breite Treppen und Fahrstuhl verzichtet worden ist.
Das Büro Landwehr und Partner aus Sulingen hat geringere Sanierungskosten angesetzt und dafür einen größeren Anbau von 227 Quadratmetern mit einem Lesesaal im Dreiviertelrund finanzieren können.
Hier sind nach Analyse der Stadt die Planungskosten zu niedrig, unterhalb der aktuellen Honorarordnung für Architekten, angesetzt. Die Baukosten sind nach Prüfung der Stadt realistisch geschätzt, enthalten allerdings keinen Puffer für Überraschungen im Fachwerk-Altbau. Durch Verzicht auf die ein oder andere Energie sparende Maßnahme könnte man Geld für solche Eventualitäten sparen.
Bleibt der von den Grünen vorgeschlagene Umzug der Bibliothek auf 766 Quadratmeter in den zum Gericht gelegenen Ostflügel des Rathauses, dem dann das Bürgerbüro weichen müsste. Nach der Berechnung der Stadt würde er 810 000 Euro kosten.
Um die hohen Kosten für die Verlegung der EDV des Bürgerbüros im Erdgeschoss zu vermeiden, hat die Verwaltung noch zwei andere Rathaus-Varianten geprüft:
Die Bücherei könnte in den am Bibliotheksplatz gelegenen Westflügel des Rathauses auf bis zu drei Etagen einziehen. Das Erdgeschoss mit mehreren Räumen hat hier gerade die Kreissparkasse angemietet, im ersten Stockwerk residieren der Verwaltungsvorstand und liegen weitere Arbeits- und Besprechungsräume. 703 000 Euro wären für diese Variante mit 537 Quadratmetern zu zahlen.
Favorit ist für die Bauverwaltung aber der Einzug der Bibliothek ins erste Obergeschoss des Rathaus-Ostflügels oberhalb des Bürgerbüros, wo der Fachbereich für Schule, Kultur und Sport untergebracht ist und eine 709 Quadratmeter große Bibliothek für 890 000 Euro geschaffen werden könnte. Für den Fachbereich befinden sich nach der Einschätzung der Stadtverwaltung in oberen Geschossen des Rathauses noch gebührend freie Räume, zumal Zimmer mit Doppelarbeitsplätzen oft nur von Halbtagskräften besetzt sind und durch weiteren technischen Fortschritt und Aufgabenverlagerung das Personal weiter reduziert werden könnte.
Die Bibliothek im Rathaus könnte für Lesungen und Vorträge den Ratssaal ebenso wie das Foyer des Rathauses nutzen. Das Stadthaus würde mit Leben erfüllt.
Für alle Vorschläge gilt, dass für die erweiterte Bibliothek noch 200 000 Euro für zusätzliche Medien und andere Ausstattung nötig wären und höhere Folgekosten für mehr Personal und die Unterhaltung der Räume anfallen würden. Ungewiss wird auch sein, ob die tatsächlichen Preise der Ausschreibungen den Schätzungen entsprechen werden.
Für die erneuerte und größere Bibliothek können aus der EU-Förderung bis zu 675 000 Euro genutzt werden, wenn die Arbeiten bis Ende 2013 abgeschlossen sind.
Der Rat muss nun entscheiden. Spannende Frage wird sein, ob SPD und CDU sich noch auf eine Rathausbibliothek zubewegen können.
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