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„Ausgleich für Natur erfolgt oft nur unzureichend“

Nabu will in Achim verstärkt politisch Einfluss nehmen / Zahlreiche Vorhaben

„Ausgleich für Natur erfolgt oft nur unzureichend“

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Achim - Die Achimer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) will in der Stadt verstärkt Einfluss nehmen. Vom Baumschutzkataster „mit wirklichen schützenswerten Bäumen“ über das Thema „Kompensation und Flächenversiegelung“ bis hin zu der Anlage einer neuen Streuobstwiese in der Marsch reichen die Vorhaben in diesem Jahr, informierte Joachim Schweers, Sprecher der Ortsgruppe, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Joachim Schweers ist Sprecher des Nabu in Achim.

© ksy

Joachim Schweers ist Sprecher des Nabu in Achim.

Auch die Gestaltung des Stadtwalds wolle der Nabu voranbringen. Für den dort geplanten Naturerlebnispfad mit zehn bis zwölf Stationen auf einem Rundkurs sollen Angebote für ein Konzept eingeholt werden. „Der Stadt entstehen für die Erstellung keine Kosten“, versicherte Schweers. Der Nabu werde sich zusammen mit dem städtischen Bauhof später ebenfalls an den Unterhaltungsmaßnahmen für diesen „naturkundliche Informationen für Groß und Klein“ liefernden Pfad beteiligen.

Auch im Hinblick auf die bei Bürgerinnen und Bürgern umstrittenen Baumfällungen im Stadtwald will die Gruppe in Aktion treten. „Kurz vor den Sommerferien werden wir eine Wanderung anbieten, bei der eine Biologin die Pflegemaßnahmen, die für das Gedeihen des Sandtrockenrasens und überhaupt von seltener Flora und Fauna in dem Wald nötig sind, erläutern wird“, kündigte der Sprecher an.

Seine kleine Streuobstwiese in der Achimer Marsch will der Nabu um eine knapp 7 000 Quadratmeter große Fläche der Stadt ganz in der Nähe vergrößern. Im Eingangsbereich der Marsch, in dem Dreieck zwischen den beiden sich gabelnden Wegen, sollen „ortstypische Bäume“ angepflanzt werden – finanziert und gepflegt von der Orts- und der Kreisgruppe. Aber auch „Patenschaften“ von Einwohnern könnten dabei hilfreich sein.

Als „Problematik“ betrachtet der Nabu Achim „Kompensation und Flächenversiegelung“, der vor Ort zu Leibe gerückt werden soll. Täglich würden in Deutschland 130 Hektar Land versiegelt, wirklich ausgeglichen werden könnten diese Verluste nur durch den Rückbau versiegelter Bereiche. „Kompensation auf schon vorhandenen Naturflächen wie dem Wittkoppenberg ist Selbstbetrug“, stellt Joachim Schweers fest.

Die aktuell 15 Ausgleichsmaßnahmen in Achim seien „zum Teil nicht ordentlich ausgeführt“ worden. „Manche Flächen wurden nur zur Hälfte bepflanzt, anderswo sind Bäume nicht angewachsen“, nennt er Beispiele. Und in Lindheim fehle „vernünftiger Ausgleich“ für die dort errichteten Windkraftanlagen.

„Stadt und Landkreis kontrollieren das zu wenig“, bemängelt Schweers. Das Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen mit beratender Stimme im Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr hält deshalb „Einflussnahme auf politische Entscheidungen“ für geboten.

Darüber hinaus müssten „ortsbildprägende Bäume“ die Bebauung beeinflussen, „nicht umgekehrt“. Getreu diesem Leitsatz sollte mit Nabu-Hilfe eine Kartierung für ein Baumschutzverzeichnis im gesamten Stadtgebiet erfolgen.

Außerdem werde der Nabu Exkursionen für alle Interessierten veranstalten. Besichtigt werden sollen etwa „Problemzonen“, wie das Trinkwasserschutzgebiet am Scheefmoorgraben, das aber auch landwirtschaftlich genutzt wird.

Wer mit Schweers und Mitstreitern ins Gespräch kommen möchte, könnte die Nabu-Sprechstunden im Rathaus besuchen. Gelegenheit dazu besteht an jedem dritten Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr in Raum 150. · mm

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