005.11.09|Walsrode|Walsrode|
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Walsrode - (hf) · Der Zug der Erinnerung rollt quer durch Deutschland und kam gestern Vormittag in Walsrode an. Jeder, der will, kann einsteigen und sich mit den Themen Deportation und Massenvernichtung in deutschem Namen konfrontieren lassen.

Schüler der Klasse 9/2 der Walsroder Felix-Nussbaum-Schule mit ihrer Lehrerin im Zug der Erinnerung: Rosa, Daniela Wolf, Susan, Erdal und Dennis (von links).
Eine Ausstellung, die betroffen und nachdenklich mache, so die einhellige Meinung vieler Schüler der Klasse 9/2 der Felix-Nussbaum-Schule, die am Vormittag die rollende Ausstellung über Schicksale deportierter jüdischer Kinder besuchte. Aber auch einige ältere Bürger der Löns-Stadt hatten den Weg zu dem Zug gefunden.
Dieser steht allerdings nicht im Stadtzentrum am Bahnhof, sondern auf einem Abstellgleis am Ortsrand, am alten Vorbrücker Bahnhof.
Der Frust der Organisatoren um die Gewerkschafter Horst Kröger und Charlie Braun über das entsprechende Verbot der Deutschen Bahn AG hielt sich in Grenzen. Schnell und unkompliziert war ein Shuttle-Bus organisiert worden, der die Schüler vom Schulzentrum nach Vorbrück brachte.
Daniela Wolf, Lehrerin in der Klasse 9/2, hatte mit ihren Schülern den Besuch der Ausstellung intensiv vorbereitet. Viele der Jugendlichen zeigten sich nach dem Rundgang durch die Wagen sehr betroffen. Rosa, Susan, Erdal und Dennis sagten, dass man aufpassen müsse, dass so etwas nicht wieder geschehen könne. Erdal meinte: „Die Juden waren irgendwie frei und doch gefangen.“ Ein Schüler einer anderen Gruppe sagte, man müsse den Anfängen wehren und jede Art von Unfreiheit bekämpfen, egal, ob sie von Rechten oder Linken ausgehe.
Das Interessante an der Ausstellung, was besonders die Betroffenheit auslöst, ist, dass kindliche und jugendliche Einzelschicksale mit Fotos und Dokumenten und Aussagen vorgestellt wurden. Von Walsrode rollte der Zug weiter nach Schwarmstedt.
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