Walsrode - Die SPD will die Armut im Heidekreis bekämpfen und sich für mehr Chancengleichheit einsetzten. Für die Umsetzung dieses Vorhabens hatten Vertreter der SPD für Dienstag Referenten von Gewerkschaft, Kirche, Lebenshilfe, Landkreis und Sozialverband zur Armutskonferenz in die Waldgaststätte Eckernworth eingeladen. Ziel war es, neue Strategien zu entwickeln und Anregungen aus der Praxis zu erhalten.

© Foto: Templin
Lars Klingbeil, Gerd Steinacker, Lennard Aldag, Reiner Klatt, Günter Steinbock, Ralf Trosin und Ottomar Fricke (v.l.). ·
„Wir wollen die Situation im Heidekreis verbessern“, sagte SPD-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil. Man habe herausgefunden, dass besonders in der Koordinierung der Hilfseinrichtungen Mängel bestehen. Zusätzlich zur Entwicklung neuer Ideen müsse es eine kontinuierliche Überprüfung geben. „Nur so können wir die Armut im Heidekreis bekämpfen“, so Klingbeil.
Besonders vom Armuts risiko betroffen seien Kinder, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund, erläuterte Ralf Trosin vom Landkreis. Auffällig sei die steigende Zahl von
Menschen ohne Bildung
Arbeitnehmern, die Zusatzleistungen wegen zu geringer Einkommen erhalten. Die SPD fordert aus diesem Grund einen gesetzlichen Mindestlohn. Dies begrüßten besonders die Vertreter vom Sozialverband Deutschland und vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Günter Steinbock und Lennard Aldag.
Eine weitere Möglichkeit um betroffene Menschen zu unterstützen, sieht die SPD darin, die Kommunen mit mehr Geld auszustatten. Dies solle gezielt vor Ort eingesetzt werden. Armutsbekämpfung sei aber nicht nur eine Frage der finanziellen Mittel, sondern auch der Bildung.
Diesem Punkt stimmten die Referenten zu. Superintendent Ottomar Fricke, Stellvertreter des Kirchenkreises Walsrode, hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen ohne Bildung häufiger von Armut betroffen sind. „Das Gesicht der Armut hat sich im Laufe der Jahre verändert“, sagte Fricke. „Früher wurde Armut mit Hunger und Wohnungslosigkeit verbunden. Heute steht Armut für nicht am Leben teilhaben können.“
Für den Pastor ist es wichtig, dass in der Schule neben Allgemeinbildung verstärkt moralische und lebenspraktische Erfahrungen vermittelt werden. Koch- und Werkunterricht gäben den Kindern Sicherheit im Alltag.
Gerd Steinacker von der Lebenshilfe Walsrode beschrieb dieselben Probleme. „Die Familienstruktur mit mehreren Generationen in einem Haushalt gibt es nicht mehr.“ Dies sei schwierig, weil mögliche Defizite nicht mehr aufgefangen werden könnten. Vor diesem Hintergrund seien Ganztagsschulen, -krippen und -kindergärten sinnvoll. Er betonte: „Behinderung ist kein Grund für Armut, Armut wird zur Behinderung.“ Die SPD hat ihre Forderungen in einem Papier festgehalten, das auf der Landtagssitzung am 10. März verabschiedet werden soll. · at
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