Rethem - GROß-HÄUSLINGEN/LANDKREIS · Deutsche Landwirte schauen auf die globalen Ereignisse, denn längst hängt ihre Existenz auch von weltwirtschaftlichen Ereignissen, vom Klimawandel und anderen Katastrophen ab. Der Vorsitzende des Land- und Forstwirtschaftlichen Vereins, Rüdiger Göbbert, erinnert auf der Jahreshauptversammlung in Groß-Häuslingen daran, als er seinen Rückblick vortrug.

© Foto: Wehler
Diskussion am Vorstandstisch: Rüdiger Göbbert und sein Stellvertreter Matthias Dettmer im Gespräch mit Samtgemeinde-Bürgermeister Cort-Brün Voige (v.l.), im Hintergrund Kreislandwirt Heiner Beermann. ·
Der Vorsitzende beschrieb im Gasthaus Meins die großen Einkommensunterschiede zwischen den einzelnen Betrieben der 195 Mitgliedern (sechs neue) im Land- und Forstwirtschaftlichen Verein Rethem. Während die Erträge auf dem Acker besser als nach dem Frühjahrwetter zu erwarten ausgefallen seien, hätten die Veredelungsbetriebe, speziell die Ferkel- und Sauenhalter, mit einem hohen Kostendruck zu kämpfen gehabt.
Steigende Futterkosten und fallende Ferkelpreise ließen befürchten, dass sich im Landkreis immer weniger Bauern diesem Bereich widmen könnten. Hinzu kämen immer restriktivere Tierschutzbestimmungen. „Wir dürfen uns dem Tierschutz nicht verschließen“, so auch Kreislandwirt Heiner Beermann in seinem agrarpolitischen Grußwort, „die heimischen Landwirte pflegen ihre Tiere gut. Wir müssen auch weiterhin durch Gespräche mit dem Verbraucher für mehr Akzeptanz sorgen.“ Tierschutz müsse sein. Aber die Kirche müsse im Dorf bleiben. Der Weg, den Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann zurzeit beschreite, sei gut, so der Kreislandwirt und Landvolkvorsitzende im Heidekreis.
Eine große Aufgabe des Interessensverbandes sah Heiner Beermann in der Information des Verbrauchers und so genannter Multiplikatoren. So sollen in Kürze Pastoren des Heidekreises auf die Höfe eingeladen werden, in der Hoffnung, dass sie erfahren, wie sauber und artgerecht die heimische Landwirtschaft arbeitet.
Als eine gute Kontaktmöglichkeit zwischen Landwirten und Verbrauchern sah der Bezirksvorsitzende Göbbert den landwirtschaftlichen Ball an. Schon im vergangenen Jahr hätten rund 300 Personen im Gasthaus Meins gefeiert. Auch an diesem Wochenende wurde auf Grund der hohen Zahl der Anmeldungen ein volles Haus erwartet.
Aus forstwirtschaftlicher Sicht kann der Verein aufatmen. Forstamtmann Rolf Euhus legte gute Zahlen vor. Steigende Holzpreise kennzeichnen den Absatz von Nutzholz. Aber er beklagte, dass man mit der Arbeit in den Forsten nicht nachkomme. Es müsse dringend wieder eine fünfte Försterstelle eingerichtet werden. · hf
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