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Initiativen gegen Bahn-Großprojekt begrüßen Aussagen des Bundesverkehrsministers

Y-Trasse rückt weiter nach hinten

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Visselhoevede - BLECKWEDEL · Die Bürgerinitiativen gegen den Bau der Y-Trasse begrüßen grundsätzlich die Aussage von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, bei Verkehrsprojekten dem Erhalt vorhandener Infrastruktur Vorrang vor Neubaumaßnahmen zu geben. Dies entspreche der seit Jahren vertretenen These der Bürgerinitiativen, heißt es in einer Mitteilung.

„Vorhandene Strecken erweitern“: Dirk Eberle.

© ksy

„Vorhandene Strecken erweitern“: Dirk Eberle.

In Berlin wurde nämlich der Investitionsrahmenplan 2011 bis 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes vorgestellt. Und darin ist die Y-Trasse plötzlich nur noch unter dem Punkt „weitere wichtige Vorhaben“ zu finden.

Die drei in der Region ansässigen Initiativen, Bürger für Umwelt (BfU), Umweltschutzverband Bothel/Brockel (BBU) und Bürger für eine lebenswerte Wedemark, fordern den Ausbau der vorhandenen Schienenstrecken, anstatt einzig auf das „unkalkulierbare Großprojekt Y-Trasse“ zu setzen, dessen Nutzen zweifelhaft und Kosten ungewiss seien. Außerdem käme die Trasse zu spät, um die dringend notwendigen Kapazitätserweiterungen für den Güterverkehr zu ermöglichen.

„Wo bleibt eine verbindliche Aussage zur längst überfälligen Realisierung der seit Jahren diskutierten Erweiterung der Bahnstrecke Rotenburg-Verden?“, fragt Dirk Eberle vom BBU. „Wer konstruktiv an der unumstritten notwendigen Steigerung der Güterverkehrskapazitäten für den Hafenhinterlandverkehr arbeitet, muss hier die Prioritäten setzen“, ergänzt Elke Motzkau von der BfU.

„Die Y-Trasse muss aus allen Planungen gestrichen werden, erst dann werden finanzielle Mittel für Alternativen bereit stehen. Dies sollte der Bundesverkehrsminister endlich klarstellen“, resümiert Christoph Chilla von der Wedemarker Initiative.

„Bund und Bahn machen bei der Y-Trasse den gleichen Fehler wie bei Stuttgart 21: Die Planungen werden ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit durchgeführt, basierend auf falschen Kostenermittlungen. Dabei müssten sie offen sein und alle Alternativen berücksichtigen“, ergänzt Hannes Wilkens von der BfU.

„Festhalten an Trasse

blockiert Alternativen“

„Wir warten auf die zum Jahresende von der Bahn angekündigte aktuelle Kostenschätzung für die Y-Trasse. Was ist noch gültig an den Planungen aus den vergangenen Jahren? Die Y-Trasse soll immer mehr zu einer Gütertrasse werden und wir reden heute von einer zusätzlichen Verbindung bis Lehrte. Welche Überraschung, ob bei den Kosten oder beim Trassenverlauf, dürfen wir noch erwarten?“, wird Thomas Chlouba vom Bürgerforum Burgwedel in der Mitteilung zitiert.

Werde der jetzt vorgelegte Investitionsrahmenplan Realität, würden wieder Jahre vergehen, bis die unbestritten erforderlichen Kapazitätssteigerungen im norddeutschen Schienennetz angegangen werden könnten. „Das sture Festhalten an der Y-Trasse als einzige Lösung für die drängenden Probleme blockiert unverändert Entscheidungen für eine sinnvolle Verbesserung auf der Schiene. Diese Haltung zeigt die Konzeptlosigkeit für den norddeutschen Schienenverkehr“, so die Initiativen.

Ähnlich äußert sich der hiesige Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler (Grüne): „Es ist eine gute Nachricht ist, dass die Y-Trasse aus dem Investitions- und Rahmenplan rausgeflogen ist. Das heißt konkret: Bis 2015 passiert bei diesem unsinnigen Projekt aus dem vergangenen Jahrtausend nichts.“ Es werde dringend Zeit, die Y-Trasse endlich zu beerdigen und sinnvolle alternative Schienenprojekte wie den zweigleisigen Ausbau Rotenburg-Verden oder die Ertüchtigung der Amerikalinie voranzutreiben. „Die Neuerfindung einer Kategorie D im Rahmenplan für weitere wichtige Vorhaben streut der Öffentlichkeit bewusst Sand in die Augen. Das ist dreist! Schon für die sogenannten prioritären Projekte sind die finanziellen Mittel nur ansatzweise vorhanden“, so Kindler. Diese Trickserei verdeutliche, wie unseriös und unehrlich schwarz-gelbe Verkehrspolitik sei.

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