Visselhoevede - Von Matthias BergerVISSELHÖVEDE · Die drohende Insolvenz des Schlecker-Tochterunternehmens IhrPLatz hat eine Schockwelle ausgelöst, die bis Visselhövede zu spüren war. Auch Regina Klose ist davon betroffen. Seit 15 Jahren ist sie selbstständige Franchise-Nehmerin des Unternehmens und hat mit ihrem Geschäft an der Goethestraße ihren Platz in Visselhövede gefunden. Doch plötzlich wird ihre Existenz in Frage gestellt.

© Foto: Berger
Hat in Visselhövede ihren Platz gefunden: Marktleiterin Regina Klose. ·
Eigentlich wollte Klose am 27. März mit ihren Mitarbeiterinnen und Kunden das 15-jährige Bestehen ihres Marktes feiern. Doch die Partylaune ist ihr zwischenzeitlich gründlich vergangen. „Einige Kunden waren überrascht, dass sie überhaupt noch bei mir einkaufen konnten. Sie haben mich gefragt: ‚Wann schließen sie denn?‘“
Nein, sie sei nicht insolvent, stellt die Ladenbesitzerin deshalb nochmals klar. „Auch die Warenbelieferung läuft wieder.“ Selbst wenn das Unternehmen Pleite gehen sollte, erklärt Klose, könne sie ihr Geschäft weiterführen – notfalls dann eben unter einem anderen Namen.
„Für mich hat sich durch die Wechsel allerdings bisher wenig bis gar nichts geändert“, sagt Klose, die froh ist, ihre 15 Jahre währende Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern weiter zu führen. „Die Bedingungen sind für Franchise-Nehmer gut, ich bekomme viele Freiheiten.“
Begonnen hat alles im Jahr 1996. Klose arbeitet damals als Angestellte bei einer Bank. Nachdem ihr gekündigt wird, entdeckt sie in der Kreiszeitung eine Announce des IhrPlatz-Konzerns, der einen Franchise-Nehmer in Visselhövede sucht. Sie beschließt, sich selbstständig zu machen, denn „damals hieß es, es gibt nichts besseres als einen Drogeriemarkt.“
Anfangs läuft das Geschäft sehr gut. Trotz eines Startgelds von 500 000 Mark, dass sie für die Einrichtung und den Einkauf der Produkte berappen muss, scheint sie die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Die ersten grauen Wolken ziehen um die Jahrtausendwende auf. Die Supermärkte fangen an, Produkte wie Schminke und Parfüm anzubieten, die es vorher fast ausschließlich in Drogerie-Märkten zu kaufen gab. Während zwischenzeitlich drei bis vier Verkäuferinnen gleichzeitig im Laden arbeiten, sind es heute mit ihr nur noch zwei.
Die Geschäftsfrau reagiert auf die Konkurrenz, indem sie neue Produkte ins Sortiment aufnimmt. Zugute kommt ihr dabei die relativ lockere Politik des Mutterunternehmens gegenüber den selbstständigen Franchise-Nehmern. Neben IhrPlatz-Produkten bietet Klose auch Handtaschen und Portemonnaies, Dekorationsgegenstände und saisonale Produkte an. Ihre neueste Geschäftsidee: Ab Montag können Kunden bei ihr Passfotos fertigen lassen.
Wenn Visselhöveder sie auf Waren aufmerksam machen, die ihnen fehlen, kauft sie diese im Großmarkt ein. „Ich bin eine Art Kleinkaufhaus vor Ort. Ich versuche die Lücken zu stopfen, die es hier gibt.“ Eigentlich, so sagt sie, müsste sie auch Schuhe anbieten. „Ein Schuhgeschäft fehlt in Visselhövede definitiv.“
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