Visselhoevede - VISSELHÖVEDE · „Open Space“ hieß das Zauberwort zur weiteren Schulentwickllung Visselhövedes. Und keine Grenzen soll auch die Arbeitsgruppe haben, die während der Konferenz am vergangenen Samstag aus der Taufe gehoben wurde und bereits im Herbst dem Stadtrat Beschlussvorschläge liefern soll.

In zahlreichen Gruppen wurden Ideen zur Schulentwicklung gesammelt.
Fast 50 von eigentlich geplanten knapp 100 Teilnehmern haben sich in der Heidetor-Schule der Vision „Schule Visselhövede“ gewidmet.
Bürgermeisterin Franka Strehse hatte zuvor durch Schilderung der Situation und der Schulperspektive in Visselhövede Betroffenheit ausgelöst. Um die Schulentwicklung für Visselhövede in machbare Bahnen zu lenken, wurden Vertreter der Elternschaft, der Schüler und der Wirtschaft zu ihren Wünschen und Interessen für eine Schulvision interviewt.
Für die Schüler zählen demnach Wertschätzung durch die Lehrer und die Möglichkeiten, sich die Inhalte praktisch zu erarbeiten, statt nur berieselt zu werden.
Die Eltern möchten mehr einbezogen werden und legen großen Wert darauf, dass ihre Kinder der jeweiligen Begabung entsprechend gefördert werden.
Gerald Lutz, Geschäftsführer der Firma Hoyer-KG, überraschte mit der Information, dass von über 200 Bewerbungen auf Ausbildungsplätze nur acht aus Visselhövede gekommen seien. Zielsetzung der Firma Hoyer sei es aber, möglichst viele Visselhöveder auszubilden.
Matthias Gutermann, Vorsitzender des Visselhöveder Gewerbevereins, bemängelte häufig fehlende Fähigkeiten im Allgemeinwissen und in den Grundrechenarten.
Im Anschluss machte Holger Butt von der Reformschule Hamburg-Winterhude viel Mut, indem er die Entstehung seiner Schule schilderte.
Seine Empfehlung an alle Visselhöveder war: „Einfach machen und dabei auch unkonventionelle Schritte gehen.“ Seine Schule habe bewiesen, dass es geht.
Mit verschiedenen kreativen Diskussionsmethoden wurden Vorschläge zum inhaltlich-pädadogischen Konzept gesammelt. Über 150 Ideen kamen zusammen, die aber alle die gleiche Stoßrichtung hatten. Dazu zählt die Integration der Interessen aller Beteiligten wie Schüler, Lehrer, Eltern, Wirtschaft, Politik. Musische und handwerkliche Bereiche sollten besser gefördert werden, klassische Schulstrukturen überwunden und ein Weg hin zu einer modernen, flexiblen Schule gefunden werden.
Im Interview mit Anke Matthäi von der Landeschulbehörde und Horst Wilshusen als Leiter des Schul- und Kulturamts des Landkreises Rotenburg wurde deutlich, dass doch einiges im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten umsetzbar ist.
Was das für Visselhövede bedeutet, soll nun konkretisiert werden. Von der kurzfristigen Verbesserung in vielen Details bis hin zu strukturellen Veränderungen der Schulformen sollen die vielen Vorschläge zeitnah aufbereitet und mit den Lehrerkollegien beraten werden. Eine aus der Konferenz geborene Arbeitsgruppe wird im Herbst weiterarbeiten und dem Stadtrat Beschlussvorschläge unterbreiten. Konsens war, die vielen Stärken, die Visselhövede hat, für die Schulen zu nutzen.
Begeistert zeigte sich die Bürgermeisterin von der intensiven Arbeitsatmosphäre und der Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer, die in fast sieben Stunden am Wochenende diese gewaltige Kreativität freigesetzt haben.
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