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Erdgasförderung: Vertreter von ExxonMobil informieren Rat / Sanierung kostet zwei Millionen Euro

„Nehmen die Kritik sehr ernst“

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Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (men) · ExxonMobil arbeitet daran, zwei von drei chemischen Substanzen beim so genannten Fraccing gegen weniger schädliche Stoffe auszutauschen. Das kann nach Aussagen von Dr. Harald Kassner noch in diesem Jahr passieren. Der Chemiker war einer von drei ExxonMobil-Vertretern, die am Montagabend gemeinsam mit dem leitenden Bergdirektor Klaus Söntgerath vom Bergbauamt den Rat der Stadt Visselhövede sowie die Ortsvorsteher beziehungsweise Ortsbürgermeister über das Fraccing-Verfahren als vorbereitende Maßnahme zur Erdgasförderung sowie über den Zwischenfall bei Rosebruch im Erdgasfeld Söhlingen informierten.

Informierten die Mitglieder des Rates sowie die Ortsvorsteher und -bürgermeister: Dr. Harald Kassner, Dieter Sieber und Hans-Hermann Nack von der Firma ExxonMobil, Bürgermeisterin Franka Strehse sowie der leitende Bergdirektor Klaus Söntgerath (von links).

Informierten die Mitglieder des Rates sowie die Ortsvorsteher und -bürgermeister: Dr. Harald Kassner, Dieter Sieber und Hans-Hermann Nack von der Firma ExxonMobil, Bürgermeisterin Franka Strehse sowie der leitende Bergdirektor Klaus Söntgerath (von links).

Unter die etwa 20 Gäste hatten sich am Montagabend auch die beiden Landtagsabgeordneten Elke Twesten (Die Grünen) aus Scheeßel sowie Ralf Borngräber (SPD) aus Rotenburg gemischt. Vier Stunden lang schilderten Kassner und seine beiden ExxonMobil-Kollegen Dieter Sieber (Techniker) und Hans-Hermann Nack (Öffentlichkeitsarbeit) sowie Klaus Söntgerath, was es mit dem Fraccing auf sich hat, wie es funktioniert und warum es zwingend erforderlich ist, der Frac-Flüssigkeit ganz bestimmte Chemikalien beizumischen. Sie schilderten auch, was es mit dem so genannten Lagerstättenwasser auf sich hat und wie es entsorgt wird. Mit am Tisch saß Bürgermeisterin Franka Strehse, die mit Blick auf die Ereignisse im Erdgasfeld Söhlingen mehrmals deutlich machte: „Es war keine Gefahr in Verzug – und das ist es auch jetzt nicht.“

Hans-Hermann Nack stellte gleich zu Beginn der Informationsveranstaltung fest: „Wir nehmen die Kritik sehr ernst.“ Sein Unternehmen sei an einer Aufklärung interessiert und wolle aktiv informieren. Der Dialog mit den Gemeinden und das Offenlegen, „welche Flüssigkeiten wir benutzen“, sei im Sinne von ExxonMobil. Nach dem Zwischenfall von Rosebruch hatte es Kritik gerade wegen mangelnder Öffentlichkeitsarbeit gegeben.

Wie erst sehr viel später bekannt wurde, waren an einer Lagerstättenwasserleitung im Bereich Rosebruch an neun Stellen erhöhte Werte unter anderem von Benzol und Quecksilber im Erdreich festgestellt worden.

Von einer Leckage wollten die ExxonMobil-Mitarbeiter allerdings nicht sprechen – sie schilderten vielmehr, wie es durch Diffusion zu den Werten gekommen war. Hintergrund: Es war den Technikern bekannt, dass das Lagerstättenwasser für Korrosion in den Stahlrohren sorgt. Um auf Nummer sicher zu gehen, setzten sie Kunststoffrohre in die Stahlrohre ein. Hierzu öffneten sie die äußere Hülle an neun Stellen im Abstand von 250 Metern jeweils auf einer Breite von 1,2 Metern. Diese Öffnungen versahen sie allerdings nicht mit neuen Muffen, sondern ließen sie offen. Was sie nicht wussten: Durch das Kunststoffrohr diffundierten mehrere Stoffe, die sich später im Erdreich wiederfanden. „Die Leitung liegt still, und sie wird auch nicht mehr genutzt“, sagte Hans-Hermann Nack. Die Sanierung sei inzwischen abgeschlossen. Man habe einen Bodenaustausch vorgenommen, und die Messungen des Grundwassers ergaben an zwei Stellen erhöhte Benzol-Werte, die allerdings nicht an naheliegenden privaten Brunnen bestätigt wurden.

Die ExxonMobil-Mitarbeiter erläuterten darüber hinaus auch die Entsorgung des Lagerstättenwassers. Das und auch die Frac-Flüssigkeit würden unter ständiger Kontrolle durch ehemalige Produktionsbohrungen wieder in die Erde, also in stillgelegte Lagerstätten gepumpt. Das passiere nicht nur in der Nähe der Betriebsstätte in Söhlingen, sondern beispielsweise auch in Grapenmühlen, hieß es. Das Bergamt hat inzwischen verfügt, dass Leitungen wie im Bereich Rosebruch nicht mehr verwendet werden dürfen und kontrolliert zurzeit, ob solche auch woanders in Gebrauch sind. Hier im Bereich gibt es sechs weitere Leitungen dieser Art – mit dem Unterschied, dass dort die Stahlrohre wieder komplett mit Muffen verschlossen worden seien, so Nack. Wie aber kam das Quecksilber in den Boden? – Techniker Dieter Sieber erklärte, dass dies in den Rohren abgesetzt gewesen sein muss und durch die Öffnungen in den Boden gelangte. Auch das wäre also zu verhindern gewesen, wenn der Raum zwischen den Rohren zumindest verfüllt worden wäre. Doch auch das sei nicht geschehen. Teurer „Spaß“ für ExxonMobil: Die Sanierung kostete bis jetzt rund zwei Millionen Euro, sagte Hans-Hermann Nack.

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