Visselhövede (jw) · „Für jede Gemeinde unserer Größenordnung hat das schulische Angebot eine existenzielle Bedeutung!“ Visselhövedes Bürgermeisterin Franka Strehse findet deutliche Worte hinsichtlich einer möglichen Ausdünnung der Bildungseinrichtungen bis hin zum reinen Grundschulstandort. An der Vissel will man aber das Ruder herumreißen und hat darum die Veranstaltung „Bildungslaufbahn Vissehövede“organisiert.
Dieses so genannte Open-Space-Treffen mit dem Arbeitstitel „Von der Krippe bis zur Vorbereitung auf das Abi“ findet am Samstag, 5. Juni, von 10 bis 16 Uhr in der Aula der Heidetor-Schule statt.
Rund 90 Personen aus allen gesellschaftlichen Gruppen werden dann über die Schulvision Visselhövede 2011 diskutieren.
47 Plätze vergibt die Verwaltung nach dem entsprechenden Beschluss des Verwaltungsausschusses an geladene Gäste. „Dazu zählen Schulleiter, Schülervertreter, Elternräte der Schulen und Kindergärten, die Pro-IGS-Initiative, Unternehmer, Kirchenvertreter, Sprecher von Migrantengruppen, Kommunalpolitiker und Vertreter der Verwaltung und der Landesschulbehörde“, listet Hauptamtsleiter Klaus Twiefel auf.
Während des Samstags werden zwei Moderatorinnen des Machwürth-Teams aus Schwitschen die Diskussion lenken. „Wir wollen bei der Veranstaltung weg von einer Debatte über Schulstrukturen, sondern Visionen über Bildungsangebote in unserer Stadt entwickeln“, sagt Strehse, die nämlich die gymnasiale Außenstelle des Rotenburger Ratsgymnasiums in Visselhövede künftig „akut bedroht“ sieht.
„Nur ausharren und abwarten, was in Sachen Schule auf uns zu kommt, geht nicht. Wir müssen uns selber kümmern“, hofft die Verwaltungschefin auf möglichst viele Interessierte.
Man stehe in Visselhövede im ständigen Wettbewerb mit anderen Kommunen und das beinhalte auch siedlungspolitische Konsequenzen, wie Klaus Twiefel klar stellt. „Wenn jemand auf die Idee kommt, nach Vissel zu ziehen, dann aber im Internet nach Wohnungen oder Häusern sucht, dabei feststellt, dass es sich nur um einen Grundschulstandort handelt, dann sind wir sofort aus dem Rennen.“
Tabuthemen soll es während der Gesprächsrunde nicht geben, so wird auch einer möglichen Privatschule Raum für Diskussionen gegeben.
Überhaupt bewegt sich der Tag jenseits einer normalen Infoveranstaltung. Das zeigt schon die Tagesordnung, die unter anderem einen Marktplatz der Ideen, Impulsvorträge, ein inhaltlich-pädagogisches Konzept sowie die Erörterung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen beinhaltet.
„Am Ende steht: nächste Schritte. Und damit ist gemeint, dass wir uns nicht mit dieser einen Veranstaltung zufrieden geben, sondern das Bildungsangebot in unserer Stadt zügig weiterentwickeln wollen“, so Strehse.
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