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Modell Stadtschule wurde Eltern erläutert / Fachmann: „Akzeptanz und Toleranz wachsen“

„Kinder werden nicht dümmer!“

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Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (aki) · „Stadtschule Visselhövede.“ So lautet der Arbeitstitel, den Schulleiter Gerd Dyck dem Modell der Kooperationsschule gegeben hat. Am Montagabend stellte der Rektor der Visselhöveder Heidetor-Schule zahlreichen Eltern sowie Vertretern der Stadt, des Rates und der Verwaltung vor, wie das Modell „Stadtschule“ aussehen könnte.

Kommunalpolitiker und vor allem viele Eltern informierten sich über das Modell einer Stadtschule in Visselhövede.

Kommunalpolitiker und vor allem viele Eltern informierten sich über das Modell einer Stadtschule in Visselhövede.

„Die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch werden getrennt unterrichtet. Ein gemeinsamer Unterricht in den Fächern ist aber auch möglich“, erläuterte Dyck, den rund 180 Zuhörern. Ebenso spräche nichts gegen einen gemeinsamen Unterricht der naturwissenschaftlichen, musischen Fächer und Sport.

Des Weiteren soll die Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen ausgebaut und mit dem Rotenburger Ratsgymnasium möglich gemacht werden.

Grundsätzlich ist dem Schulleiter „aus pädagogischer Überzeugung“ ein möglichst langes gemeinsames Lernen wichtig. „Die Kinder werden dadurch nicht dümmer“, betonte Dyck. Die Erfahrungen würden sehr gute Erfolge zeigen. Ebenso seien über das Modell alle Schulabschlüsse möglich.

Der dritte wichtige Punkt sei, den Schülern Zeit zum Lernen zu geben. Dafür sehe das Modell Stadtschule ein Nachmittagsangebot vor. „Ziel ist ein Ganztagsunterricht, bei dem das gemeinsame Mittagessen ein wichtiger sozialer Aspekt ist. Unsere Mensa ist eine Kontaktstelle, wo man sich trifft, klönt, Sorgen und Nöte aus-tauscht.“

Auch den Lehrern fallen wichtige Aufgaben zu, wenn sich der Stadtrat in seiner Sitzung für das Modell ausspricht. „Wir werden immer differenziert und individuell gucken, was der einzelne Schüler kann, wo seine Stärken und wo seine Schwächen liegen“, so Dyck. Das Credo laute: „Wir wollen alle Kinder so weit wie möglich fördern, um einen optimalen Übergang ins weitere Erwerbsleben zu schaffen.“

Dass eine Zusammenfassung von Haupt- und Realschule sehr gut funktionieren kann, machte Günter Bruns, Schulleiter des Schulzentrums in Apensen, deutlich. „Mit der bewussten Bildung heterogener Lerngrup-pen verhindern wir Klassen, in denen ausschließlich lern-schwache Schüler unterrichtet werden. Das Konzept sichert den Bestand der Hauptschule bei zurückgehenden Schülerzahlen. Jahrgangsübergreifender Unter-richt innerhalb einer Schulform kann dadurch sicher vermieden werden.“

Selbst ein Schulformwechsel erfolge ohne „Gesichtsverlust“ der Schüler. „Schulformübergreifend gebildete Klassen stellen ein großes Übungsfeld für soziales Lernen dar. Es wachsen Akzeptanz und Toleranz, die Schüler entwickeln ein wechselseitiges Verständnis für unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten.“

Während der anschließenden Diskussion wurden Vorbehalte gegen eine mögliche Stadtschule von einigen Eltern der Realschulkinder vorgebracht. Sie fühlten sich vor allem „mangelhaft über die Pläne“ informiert.

Auch Realschulleiter Detlef Schulz äußerte seine Bedenken hinsichtlich der „zu großen Unterschiede im Leistungsprofil“ zwischen der Haupt- und Realschule.

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