Visselhoevede - VISSELHÖVEDE · Bereits im Dezember hatte der Visselhöveder Stadtrat beschlossen, eine Oberschule mit gymnasialem Zweig zu beantragen, jetzt stimmten die Politiker auch für die Übernahme der Trägerschaft der neuen Schule sowie für einen Unterricht an zwei Nachmittagen pro Woche, der für die Schüler Pflicht ist.
Zuvor hatte Willi Bargfrede (CDU) noch versucht, zumindest die Mitglieder seiner Fraktion umzustimmen, und statt einer so genannten teilgebundenen Ganztagsoberschule eine offene zu beantragen. Dann wären die Nachmittagsangebot freiwillig. „Fast 40 Prozent der Eltern wollen ihre Kinder am Nachmittag Zuhause haben, und es ist unsere Aufgabe, möglichst viele Eltern auf dem neuen Schulweg mitzunehmen“, appellierte Bargfrede. Er fand bei der späteren Abstimmung aber nur bei seinem Parteifreund Cord Grünhagen Beistand.
Der forderte, dass die „Familien nicht zerrissen werden“, und außerdem sei es besser, die Hausaufgaben der Kinder von den Eltern kontrollieren zu lassen. „Dann weiß ich immer, wo meine Kinder stehen.“
Zuvor hatten alle Fraktionen nochmal ausführlich ihre Statements zur neuen Oberschule abgegeben.
Für die SPD ist sie eine „Schulverhinderungsform“, wie Cordts betonte. In kleineren Kommunen gefährde die Oberschule sogar den Bestand der Gymnasien. „Wir fordern weiterhin ebenso wie die Eltern eine integrierte Gesamtschule, aber ein Verharren auf diesem Standpunkt ist angesichts der Umstände nicht richtig“, begründete Cordts die Zustimmung seiner Fraktion zu dem Antrag auf Übernahme der Trägerschaft einer Oberschule mit Gymnasialzweig.
Für Heinz Kirchfeld (CDU) sei solch eine Schule „maßgeschneidert für Visselhövede“, und sie lasse den Kommunen viele Gestaltungsmöglichkeiten. „Außerdem werden die Kinder wohnortnah unterrichtet, und die Schulzukunft hier vor Ort wird damit erheblich sicherer.“
Enno Precht (Grüne) sieht die Oberschule als „Sortiermaschine“ und empfahl den Klageweg, wenn das gymnasiale Angebot an der Oberschule nicht genehmigt würde.
„Die Eltern sind mittlerweile sehr verunsichert aufgrund der monatelangen Diskussionen“, kritisierte Astrid Kirmeß (CDU) und verlangte „ein Ende der Debatten“.
Hedi Schmidt (Grüne) stimmte dem Antrag zwar zu, äußerte aber die Hoffnung, dass „dieses Konstrukt sich langfristig zu einer wirklichen Gemeinschaftsschule entwickeln möge.“ · jw
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