Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (jw) · Das Kind hat zwar noch keinen echten Namen, aber zum kommenden Schuljahr werden die Visselhöveder Heidetor-Hauptschule und die Realschule organisatorisch zusammengefasst, entsprechend der Schulformen aber in Schulzweige gegliedert. Das Konstrukt „Stadtschule“, so der Arbeitstitel, beschloss der Stadtrat bei den Gegenstimmen von Willi Bargfrede (CDU) sowie Enno Precht und Hedi Schmidt (beide Grüne).

Die Schilder an der Heidetor-Schule und . . .
Die ersten Kinder, die in der neuen Schule unterrichtet werden, sind die, die im Sommer 2011 in die fünfte Klasse kommen. Danach wird die Schule langsam von unten wachsen.
Einig waren sich die Fraktionen im Vorfeld darüber, dass man den Schulstandort Visselhövede langfristig nur mit einer Zusammenlegung sichern könne. „Angesichts des demografischen Wandels und der dramatisch sinkenden Schülerzahlen in der Hauptschule müssen wir diesen Schritt gehen“, sagte Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD).
Auch CDU-Fraktionschef Dieter Carstens will durch die Zusammenlegung möglichen Konsequenzen vorbeugen: „Ich möchte nicht, dass unsere Hauptschüler eventuell in anderen Gemeinden unterrichtet werden. Der Gesetzgeber gibt uns bei der neuen Schule freie Hand, eine Schulleiterstelle wird schon im Winter frei und wir haben mit Gerd Dyck als Rektor der Hauptschule einen guten künftigen Leiter vor Ort.“
Lothar Cordts (SPD-Fraktionsvorsitzender) betonte, dass es gute Voraussetzungen für eine Kooperation der beiden Schulen gebe, und damit der Bestand der gymnasialen Außenstelle sicherer werde. „Das pädagogische Konzept, für das nicht die Politiker zuständig sind, wird von Eltern, allen Lehrern und auch von Schülervertretern erarbeitet.“
Kritik von einigen Eltern der Realschüler wegen mangelnder Information kann Cordts nicht nachvollziehen: „Es gab viele öffentliche Ausschusssitzungen zum Thema, und auch die Presse hat in den vergangenen Monaten ausführlich berichtet.“
Und genau darüber gab es Streit. Hedi Schmidt (Grüne) will den „Elternwillen berücksichtigen, der sich klar für eine IGS ausgesprochen“ habe. Ihr Parteifreund Enno Precht ist sicher, dass „eine IGS langfristig das beste Konzept ist“, und man dürfe nicht aufgeben, diesen Weg zu gehen. „Sondern wir müssen klare Signale pro IGS senden“, begründete Precht, warum die Grünen-Fraktion gegen die Stadtschule stimmte.
Die SPD warf der Gruppe CDU/FDP sogar Wortbruch vor. Christine Schiller: „Wir haben den Elternwillen und einen entsprechenden Beschluss. Darum sollen wir den IGS-Antrag der Grünen unterstützen.“ Für Helmut Wegener (SPD) ist klar, dass man mit dem Grünen-Antrag an dem Willen festhalte, den man bereits beschlossen habe. Joachim Raddatz (SPD) betonte, dass man „keinem weh tut“, wenn man dem Antrag zustimme. Lothar Cordts sprach gar von einer „üblichen Blockadepolitik“ des politischen Gegners.
Heinz Kirchfeld (CDU) will „den IGS-Beschluss gar nicht zurücknehmen“, aber im Augenblick habe Visselhövede keine Chance, eine derartige Schulform einzurichten. „Wann sich in Hannover etwas ändert, steht in den Sternen.“
Sein Fraktionschef Carstens will vor allem die Arbeit auf die Stadtschule konzentrieren und ihren möglichen Rektor Dyck „in Ruhe arbeiten lassen“ und ihn nicht „ständig mit einer IGS konfrontieren.“ Der Weg zu einer Stadtschule sei schon einschneidend genug für Lehrer und Eltern, so Carstens.
nGrüne wollen IGS
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