026.04.10|Visselhövede|Visselhövede|
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Visselhoevede - HÜTTHOF (aki) · Eine Premiere in Hütthof ist immer von einer spannenden Aura umgeben. Am Freitag war es wieder so weit – geballte Erwartung bei der Premiere von „Der Du“ von der Autorin Julia Wolf, die aus Berlin zur Premiere angereist war.

Regisseur Andreas Goehrt (3.v.r.) freut sich über den herzlichen Schlussapplaus.
Nach dem Spiel „Ich packe meinen Koffer“, ergehen sich die Abenteuer suchenden Freundinnen Luzi (Esther Barth) , Dora (Elke Cybulski) und Eve (Karin Schroeder) in einer in fiktiven oder realen in Rückblenden erzählten Geschichte. Der Fantasie des Zuschauers ist die Betrachtungsweise überlassen. Das Abenteuer beginnt in Form eines „Der Du“, den Luzi auf der Toilette bei einem Quickie kennen lernt. Leider stürmen ihre Freundinnen viel zu heftig die Tür, um sie zu retten. Dabei segnet der Lover fast das Zeitliche. Aber er lebt und atmet noch flach ... Das hört der Zuschauer am Herzrhythmus, der in einem tollen Sound von den in der Kulisse integrierten Musikern Hendrik Walther, Lukas Stermann, und Eike Nehen, produziert wird. Also wird „Der Du“ auf der Flucht im Auto mitgenommen – „Es fühlt sich nicht so an, als ob etwas passiert wäre, wir sind nur einer mehr!“ Für das Publikum nur in Form einer roten Mütze oder einer Puppe zu sehen, mutiert „Der Du“ zum Vorzeigeschwiegersohn, tollen Arbeitskollegen und Liebhaber. Ein Mann, der nicht lügt, nicht widerspricht, immer für einen da ist und sich warm, einfach gut anfühlt.
Sie landen am Meer, um ihn „auszuwildern“. Doch die Wünsche der drei sind zu unterschiedlich, so dass mancher Streit nicht ausbleibt. Auf der Flucht vor der Polizei muss eine Entscheidung fallen.
Beim theatralen Roadmovie, nach dem Motto: „Was wäre wenn“, bleibt das Ende offen. Die populären Vorbilder sind „Immer Ärger mit Harry“ und „Thelma und Luise“. So halten die Freundinnen nach einem Abgrund Ausschau, um dann einfach weiter zu fahren, um „ewig in der Luft zu schweben“. Auch wenn durch das geschickte Bühnenbild sich ein Abgrund auftut, legen die Frauen hier lediglich ihre Requisiten rein – aber es hätte ja sein können…!
Große Anerkennung und wohlverdienter Applaus für die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, die sich teils in atemberaubenden Tempo – rasant wie ihre Flucht – Wortgefechte liefern. Das ist mit Verdienst von Regisseur Andreas Goehrt, dem auch das fantastische Bühnenbild gelungen ist.
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