Visselhoevede - WITTORF (jw) · Das nennt man soziales Engagement: Weil nicht alle Eltern die Klassenfahrt ihrer Kinder einer dritten Klasse der Visselhöveder Kastaniengrundschule finanzieren können, sind Mitschüler von Haustür zu Haustür gelaufen, haben bei wildfremden Menschen geklingelt und um eine kleine Spende gebeten. Mit einem überraschenden Erfolg.

Gingen einen Nachmittag von Tür zu Tür, um Geld für Klassenkameraden zu sammeln: Merlin-Elie, John-Patrick und Reiko-Gabriel Berge aus Wittorf.
„52,60 Euro haben wir zusammen bekommen“, freut sich der neunjährige Merlin-Elie Berge, der gemeinsam mit seinen beiden Brüdern John-Patrick und Reiko-Gabriel einen Nachmittag lang in Wittorf unterwegs war, nur „damit alle unsere Klassenkameraden bei der Tour mitfahren können“.
Denn noch vor den Sommerferien brechen die Drillinge sowie ihre Mitschüler zur ersten gemeinsamen Klassenfahrt auf. „Da stellte sich schnell heraus, dass aus finanziellen Gründen nicht alle mitfahren können“, erzählt Merlin-Elie.
„Das meiste Geld, fünf Euro, haben wir von einem Hartz-IV-Empfänger bekommen“, hat sich John-Patrick doch ein wenig gewundert, weil „der Mann doch mit sehr wenig Geld im Monat auskommen muss“.
Aber vielleicht kenne der Mann das Gefühl, dass man etwas nicht mitmachen könne „weil ganz einfach das Geld fehlt“, denkt auch Reiko-Gabriel für einen Neunjährigen schon sehr weit.
Das Geld haben die Drillinge bei ihrer Klassenlehrerin abgeliefert. Die wird es verwalten und entsprechend weiterleiten, falls es keinen Zuschuss von Behördenseite für die bedürftigen Familien gibt. „Wenn unsere Freunde doch Unterstützung bekommen, dann verwenden wird das Geld halt für unsere Klassenkasse und kaufen für alle ein großes Eis während unser Fahrt“, haben die Drillinge sicherlich nicht vergebens an den Türen geklingelt.
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