Auch das Wasser ist nun weg

Bohrloch-Straße: Wasserversorgungsverband kappt Leitung / Feuerwehr enttäuscht / Bakteriengefahr

Auch das Wasser ist nun weg

022.07.10|VisselhövedeFacebook
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Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (jw) · Während der derzeitigen Trockenheit können Flächenbrände in der Feldmark zu einem ernsten Problem für die Feuerwehren werden, weil die nächste Wasserzapfstelle meistens kilometerweit entfernt ist. Also freuen sich die Brandschützer über jede nutzbare Möglichkeit. Eine davon, in der Gemarkung Nindorf, wurde jetzt allerdings wieder außer Betrieb genommen.

Die Straße ist Geschichte, die Wasserversorgung ist nun auch gekappt: Die Zufahrt zum ehemaligen Bohrloch.

Die Straße ist Geschichte, die Wasserversorgung ist nun auch gekappt: Die Zufahrt zum ehemaligen Bohrloch.

Die Wasserleitung liegt parallel zur ehemaligen Straße, die an das alte Bohrloch der RWE-DEA führte. Nachdem der Konzern auf der Suche nach Gas nicht fündig geworden war, musste die Straße unter massiven Protest der anliegenden Landwirte wieder zurückgebaut werden. Auch die Wasserleitung wurde in den vergangene Tagen vom Netz genommen.

„Ein Unding“, so der Nindorfer Landwirt Gerhard Twiefel, der seinerzeit auch die Straße gerne so behalten hätte, wie sie war. „Falls es in dem großen Waldgebiet hinter dem ehemaligen Bohrlich mal brennen sollte, hätte die Feuerwehr rund 800 Meter Schlauch gespart.“

Ähnlich sieht es auch Visselhövedes Ordnungsamtsleiter Mathias Haase: „Aus feuerwehrtechnischer Sicht hätten wir uns gewünscht, wenn zum einen die Straße geblieben wäre, weil sich dort auch Fahrzeuge begegnen konnten, und zum anderen war die Wasserversorgung gegeben. Die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren müssen im Falle eines Waldbrands jetzt wieder ganz nach Nindorf, Jeddingen oder Wittorf fahren.“

Für die Verantwortlichen vom Wasserversorgungsverband Rotenburg sieht die Sache anders aus. „Die RWE-DEA hat den Anschluss gekündigt und somit ist ein Rückbau erforderlich“, sagt Wassermeister Christian Meyer.

Die Leitung einfach so zu belassen, komme aus bestimmten Gründen nicht in Frage: „Dabei handelt es sich um eine so genannte Tot-Leitung, wo kein Wasseraustausch mehr stattfindet. Dort können sich bestimmte Keime bilden, die unter Umständen in das Trinkwassernetz gelangen könnten. Und das geht natürlich gar nicht“, sagt Meyer. Eine solche Leitung müsse regelmäßig gespült werden, was auch Geld koste. „Für diese Unterhaltung will aber niemand zahlen. Darum wurde die Leitung vom Netz getrennt“, sagt Meyer, der auch betont, dass sein Unternehmen ein „Trinkwasser- und kein Feuerlöschverband“ sei.

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