Stapel · Das neue Bioprodukt der Firma Aries aus Stapel ist eingeschlagen wie eine Bombe. „Psst, Bombenbausatz!“, steht sogar auf der Verpackung. Doch keine Angst: Das einzig Explosive an den Bausätzen aus Stapel ist das Wachstum der Pflanzen, die aus den Kugeln sprießen.

Dieter Szczesny mit der Urkunde, die er auf der Biofach 2012 für den ersten Preis erhalten hat. ·
Jetzt hat Firmeninhaber Dieter Szczesny dafür auf der Biofach-Messe den ersten Preis gewonnen.
Aus Ton, Erde und Biosaatgut werden kleine Kugeln angefertigt, aus denen, wenn sie mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, die schönsten Blühpflanzen wachsen. Eine Packung ergibt zwischen 50 und 80 Bomben. „Wir konnten in kurzer Zeit schon 3 000 Einheiten absetzen“, strahlt Szczesny. Doch nicht die Verkaufszahlen lassen das Herz des 59-Jährigen höher schlagen, sondern der erste Preis, den er auf der Biofach 2012, der Weltleitmesse für Bioprodukte, gewonnen hat. Dabei ist es gerade ein Jahr her, dass Aries auf der Biofach den ersten Preis für ihre Samenbomben bekam. „Total irre, das hat noch keiner geschafft“, kann Dieter Szczesny den Erfolg kaum fassen.
Die Samenbomben haben ihren Ursprung im Guerilla Gardening. Die Bewegung, gegründet von dem Londoner Richard Reynolds in den 70er-Jahren, weitet sich über New York allmählich auch über ganz Europa aus. Die selbst ernannten Gartenpiraten hatten sich ursprünglich das Ziel gesetzt, in heimlichen Nacht-Aktionen brachliegendes Gelände vor allem in Großstädten mittels Begrünung durch Samenbomben zu verschönern. Mittlerweile ist aus diesem Impuls heraus eine zivile Bewegung geworden, die öde Landschaften durch Blumen zu neuem Leben erwecken möchte.
Beliefert wird der gesamte EU-Raum, es gibt sogar in Dubai und Moskau einzelne Abnehmer. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr konnten 400 000 Kugeln abgesetzt werden, Tendenz steigend.
Das Besondere: Die Produkte sind mit dem Biosiegel zertifiziert. So werden ausschließliche Wirkstoffe eingesetzt, die nach EU-Bioverordnung zugelassen sind. Schummeln geht nicht, jährlich gibt es mindestens einen unangekündigten Kontrollbesuch. Aus dem Verkauf der Samenbomben stiftet die Firma jeweils fünf Cent für den Gentechnikinformationsdienst. · ho
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