204.02.10|Sottrum|Sottrum|
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Sottrum - HELLWEGE (sbo) · Die Durchgängigkeit der Wümme wiederherzustellen, liegt Dirk Benjes sehr am Herzen. Seit der Landkreis 1997 das abgängige Wehr IV in Hellwege ohne Berücksichtigung eines Fischaufstieges saniert hat, kämpft der Vorsitzende des örtlichen Angelvereins dafür, dass die alten Stauanlagen zwischen Scheeßel und Unterstedt endlich für alle Flussbewohner passierbar werden. Im Zuge des geplanten Abrisses der maroden Schleuse V in Hellwege zugunsten einer Sohlgleite, bekräftigt der 76-Jährige die Dringlichkeit seines Anliegens für den Artenschutz.

Dirk Benjes kämpft seit 1997 dafür, dass das Wehr IV in Hellwege für alle Flusslebewesen passierbar wird.
Zum Hintergrund: Im Rahmen eines Modellprojektes der Länder Niedersachsen, Bremen und des WWF Deutschland soll die Durchgängigkeit der Wümme laut Frist bis 2015 – spätestens jedoch bis 2027 – von der Quelle am Wilseder Berg in der Lüneburger Heide bis zur Mündung in die Weser gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie wiederhergestellt werden. Laut der Prioritätenliste des zuständigen niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sollen erst die Schleusen V und III (Ahausen) und danach die Wehre I (Unterstedt) und IV umgestaltet werden.
„Zu spät“, findet Dirk Benjes mit Blick auf die letzten beiden Bauwerke. Denn dort herrscht aus seiner Sicht dringender Handlungsbedarf. Die Anlagen seien zwar modernisiert, aber nicht durchgängig gestaltet worden. „Die sind zwar als wasserbauliche Anlagen erstklassig für die Stauhaltung, aber ohne Fischaufstieg vollkommen schädlich für die Durchgängigkeit“, argumentiert der 76-Jährige. Beide Wehre seien jetzt so dicht, dass dort kein Flussbewohner mehr durchkäme. „Alle Fische und Wirbellosen leiden darunter. Da muss schnell etwas passieren“, fordert Benjes. Denkbar sei etwa ein Umfluter, der im Fall der Schleuse IV seiner Ansicht nach sogar ohne großen Aufwand angelegt werden könnte. „Da gibt es südlich schon einen Graben, und nördlich verläuft ein Altarm.“ Die Schleuse V könnte dagegen noch geschoben werden. Diese sei so marode, dass die Fische dort problemlos durch die Löcher in den Klappen schwimmen könnten.
Nachgebessert werden müsse auch am Mühlenwehr in Scheeßel. Dort sei der Lockstrom, der die Tiere auf den Fischpass leiten soll, nicht intensiv genug. In der Folge versuchten die Fische vergebens, über die Wehrklappen zu springen.
Grundsätzlich begrüßte der Sportfischer die Initiative aber: „Bis auf Wehr II in Ahausen, wo bereits eine Sohlgleite eingebaut worden ist, muss an allen Wehren etwas gemacht werden.“
NLWKN-Betriebstellenleiter Werner Kochta hat Verständnis für die Anliegen von Dirk Benjes. „Handlungsbedarf besteht da auf jeden Fall. Darum sind wir da auch am Ball“, erklärt Kochta. „Aber die Schleusen V und III sind uns weitaus wichtiger.“ Renaturierung sei immer eine sehr langwierige Angelegenheit, bei der es gelte, eine Vielzahl von Faktoren zu bedenken und alle Beteiligten in ein Boot zu holen. Und so etwas sei leider nicht von heute auf morgen realisierbar.

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