Sottrum - Mangelndes Vertrauen ist und bleibt das große Thema für die Banken und Sparkassen auch in diesem Jahr, machte Matthias Dittrich, Vorstand der Volksbank Sottrum, bei der Vorstellung des Jahresergebnisses 2011 gestern in der Hauptstelle an der Großen Straße deutlich. Der Verlauf des Geschäftsjahres indes rechtfertige die Eingruppierung des Kreditinstitutes in den Kreis der Champions-League-Akteure. Dittrich: „Für die Volksbank Sottrum war es ein gutes Jahr.“

© Foto: Krause
Der Vorstand der Volksbank Sottrum, Matthias Dittrich (r.) und Stefan Hunsche, stellte gestern den Jahresabschluss 2011 der Presse vor. ·
Mitvorstand Stefan Hunsche untermauerte die Einschätzung mit Zahlen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s habe die Genossenschaftliche Finanzgruppe „eine Stufe von A+ auf AA-“ gesetzt. Damit nehmen die Volksbanken, Raiffeisenbanken und ihre Finanzpartner bundesweit den Spitzenplatz ein. Die solide Kapitalausstattung und die breite Refinanzierungsstruktur hätten dafür den Ausschlag gegeben.
Im vergangenen Jahr habe die Volksbank in Sottrum, die einschließlich der 13 Auszubildenden insgesamt 158 Mitarbeiter beschäftigt, die Bilanzsumme um 4,6 Prozent auf 430 Millionen Euro steigern können. Getragen sei das Wachstum vom Anstieg der Kundeneinlagen um 5,6 Prozent auf 283 Millionen Euro. Das Misstrauen der Kunden gegenüber einer längerfristigen Kapitalbindung zeige sich darin, dass etwa die Hälfte der Einlagen täglich fällig seien. Das, so Dittrich, komme vor dem Hintergrund der auf Langfristigkeit zielenden Ausleihungen einem „Spagat in extremer Form“ gleich. Über die in der Bilanz verwalteten Einlagen hinaus, betreute die Volksbank Sottrum mit ihren zwölf Geschäftsstellen weitere 146 Millionen Euro in den Depots und bei den Verbundpartnern.
Die Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen ist die dominante Ertragsgröße in der Bilanz, fassten Dittrich und Hunsche zusammen. Rund 13 Millionen Euro konnten so erwirtschaftet werden; rund 400 000 Euro mehr als noch 2010. Leicht rückläufig auf 3,7 Millionen Euro entwickelte sich der Provisionsüberschuss, was der verhaltenen Nachfrage nach Wertpapieren geschuldet gewesen sei. Um die stetig steigenden Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung der Banken auch zukünftig sicher erfüllen zu können, wurden erstmals Rücklagen in Höhe von zwei Millionen Euro in einem „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ in der Bilanz ausgewiesen. Die Volksbank Sottrum überweist für 2011 rund zwei Millionen Euro Steuern an den Fiskus. Die Hälfte davon kommt den Gemeinden als Gewerbesteuer zugute, in denen Geschäftsstellen betrieben werden.
Unterm Strich weist die Volksbank Sottrum einen Bilanzgewinn von einer Million Euro aus. Trotz des weltweit erwarteten konjunkturellen Einbruchs, rechnet der Vorstand des Kreditinstitutes mit einem moderaten Wachstum in diesem Jahr. · sf
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