Sottrum (sbo) · Wie Eis fühlt sich der kühle Steinboden unter den nackten Füßen an. Die frostige Kälte im unbeheizten Kirchenschiff durchdringt die dünnen, weißen Kleider.

Auch das letzte Motiv ist nun im Kasten: Für das Dezember-Bild ihres Kalenders wählten die Akrobaten der Gruppe „Akro al Dente“ die St.-Georgs-Kirche in Sottrum aus, wo sie Barbara Brockmann (re.) gekonnt fotografisch in Szene setzte.
Doch trotz der Gänsehaut, die sich über den ganzen Körper ausbreitet, halten die sechs Akrobaten höchst professionell die Körperspannung und lachen dabei noch locker in die Kamera von Barbara Brockmann – bis das perfekte Bild schließlich im Kasten ist. In der Sottrumer St.-Georgs-Kirche entstand am Donnerstagabend das letzte Motiv für den ersten Kalender der Akrobatikgruppe „Akro al Dente“.
„Die Idee dazu ist im letzten Jahr entstanden, wurde dann aber erstmal wieder verworfen, weil es schon zu kalt war“, erklärt Barbara Brockmann. Die Kunsttherapeutin schießt die Fotos für die Jahresübersicht und zeichnet für das Layout verantwortlich. Im Frühjahr griff die zehnköpfige Gruppe im Turnverein Sottrum das Vorhaben wieder auf und machte sich an die gedankliche Umsetzung. Schnell stand fest: „Wir wollen Akrobatik mit Sottrum verbinden“, betont Gruppenleiter Wolfgang Tenschert und ergänzt begeistert: „Das ist ein Riesenprojekt für uns.“
Und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Zunächst mussten die passenden Orte für die Bilder gefunden werden. Jedes Motiv sollte ausdrucksstark sein und zugleich ein Stück der Seele der Gemeinde und der Menschen, die dort leben, repräsentieren. Zudem mussten die Plätze auch aus sportlicher Sicht geeignet sein, bevor es dann daran ging, die passenden Figuren für die einzelnen Orte auszuwählen und einzustudieren. „Der Bezug muss ja passen“, erläutert Tenschert.
Für ein Motiv brauchte die Künstlerin im Schnitt etwa zwei Stunden. „Es ist sehr schwer, Akrobatik zu fotografieren“, weiß Brockmann. Die Symmetrie der Figur und die Körperspannung der Akrobaten müssen stimmen. Dabei ist höchste Konzentration gefragt. Gleichzeitig sollen die Akteure ein Lächeln auf den Lippen tragen und Leichtigkeit symbolisieren. „Und ich muss im richtigen Moment abdrücken“, lacht Brockmann. Dabei hätten die Figuren nur eine „Halbwertszeit“ von ein paar Sekunden. Dennoch: „Das hat einen Riesenspaß gemacht“, spricht Thomas Ahrens seiner Gruppe aus dem Herzen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Entstanden ist ein in sportlicher und künstlerischer Hinsicht höchst anspruchsvoller Kalender, der ein echter Hingucker an jeder Wand ist. „Ich habe bei den Fotos darauf geachtet, dass die Bilder auch einen künstlerischen Wert haben“, hebt Brockmann hervor.
Neben den zwölf Monatsblättern, die in elegantem Schwarz hinterlegt sind, gibt es als kleines „Bonbon“ noch eine Extra-Seite zum „Making-Of“. „Da sind echt witzige Bilder bei“, verspricht Brockmann, die mit dem Gestalten fast fertig ist. Ende des Monats soll das Kunstwerk in den Druck gehen und zunächst in einer Auflage von 500 Stück erscheinen. Dafür suchen die Akrobaten noch Sponsoren und Geschäftsleute, die den Kalender in ihren Läden anbieten wollen. Interessierte können sich unter Telefon 04261/ 83784 bei Wolfgang Tenschert melden.
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