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Wohlsdorf hat den Blues / Viele hochkarätige Musiker geben sich beim Saitentrieb-Festival die Ehre

Viele hochkarätige Musiker geben sich beim Saitentrieb-Festival die Ehre

Wohlsdorf hat den Blues

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Wohlsdorf · Von Ulla Heyne · „Wohlsdorf, habt ihr den Blues?“ Diese Frage hätte Blues-Urgestein Abi Wallenstein den mehr als 100 Zuhörern des Saitentrieb-Festivals nicht stellen müssen.

© Mediengruppe Kreiszeitung / Foto: Heyne

Die Hamburger Gruppe Van Wolfen – mit Unterstützung von Holger Sibbe (l.) – überzeugten mit erdigem Sound und authentischen Texten.

Nach Einstimmung durch die Jack Blues Band der Organisatoren Sven Trochelmann und Philip Göttert mit Unterstützung durch Rouven Stieghahn an der Blues Harp sowie dem anschließenden Auftritt von Stefan Picard kochte der Saal der Wohlsdorfer Schule, nicht zuletzt dank dessen fast genialen Medley aus dem Beatles-Song „Let it be“ im Country-Style, James Blunts „You’re beautiful“, Phil Collins und „Come together“ als augenzwinkerndes Potpourri.

Altmeister Wallenstein gab, mit tatkräftiger Unterstützung von Lokalmatador Henning Pertiet an den schwarz-weißen Tasten, eine Lektion in Sachen Spielfreude – dieser Mann spielt den Blues nicht, er lebt ihn. Schade, dass am zweiten Tag nicht ganz so viele Zuschauer den Weg ins neue Blues-Mekka fanden. Nach dem morgendlichen Musiker-Flohmarkt und zwei Workshops an der Blues Harp mit dem aufstrebenden Talent Holger Sibbe und Fingerpicking mit Dave Goodman verpassten sie den Überraschungsauftritt von Harp-Gott Steve Baker.

Der hatte, so verriet der in Wintermoor ansässige Kanadier, gerade einige Tage mit Headliner Dave Goodman im Studio die neue CD aufgenommen und war dem Kollegen spontan gefolgt. Goodmanns Eigenkompositionen, kongenial begleitet von der Blues Harp, perfekt harmonierende Klangfolgen mit wechselseitigen Leads und der Fingerstyle des Meisters der akustischen Gitarre – das allein war den Weg nach Wohlsdorf wert. Baker war vom Publikum begeistert: „Die waren so aufmerksam hier, haben alles aufgesogen; da merkte man, dass viele Leute dabei waren, die selbst Musik machen.“

Anschließend kamen Fans ehrlichen und erdigen Brachial-Blues auf ihre Kosten: Den harten Jungs von Van Wolfen nahm man ihre Songs aus dem Alltag ab – ob bei „Karin“, die keine Groupies vor der Tür mag, oder dem Eingeständnis „Ich bin fertig“ – die Texte der Hamburger rund um Frontmann Micky Wolf kamen authentisch rüber.

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Bei der „Open Stage“ durften vor allem die Workshopteilnehmer zusammen mit den Profis zeigen, was sie in fünf Stunden Intensivarbeit gelernt hatten – und das konnte sich durchaus hören lassen. Als Mitorganisator Philip Göttert gegen Ende des ebenso gelungenen wie streckenweise erstaunlich hochkarätigen Festivals eine Wiederauflage in Aussicht stellte, waren wohl nicht nur die Zuschauer begeistert, auch so mancher Künstler zog vor einem so ambitionierten Projekt im ländlichen Raum seinen Hut.

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