Scheessel - Von Lars Warnecke. Nicht einmal mehr fünf Monate, und im Beekeort herrscht totaler Ausnahmezustand. Das Hurricane macht wieder Krach. Den einen Scheeßeler freut`s, dem anderen ist`s egal. Doch alle sind sich einig: Für die Gemeinde ist das Festival ein satter Gewinn.

Jubelnde Heerscharen: Zum Hurricane-Festival vom 22. bis 24. Juni werden wieder zehntausende Fans auf dem Eichenring erwartet. · Fotos/Archiv: Menker
Kerstin Behling ist nach eigenem Bekunden ein „eingefleischter“ Hurricane-Fan: „Ich mochte schon immer die Atmosphäre und würde mir auch mit meinen 47 Jahren noch eine Karte kaufen“, erzählt die zweifache Mutter, deren Kinder – mittlerweile selbst regelmäßige Festivalbesucher – sich schon früher als Gepäckfahrer und Pfandgutsammler verdient gemacht haben. Genervt von all dem Trubel sei sie nicht – und das, obwohl die Behlings in unmittelbarer Nähe zum Festivalgelände wohnen. Man bekommt auch nicht so viel vom Lärm mit“, lobt sie die Organisation des Großereignisses. Und worauf freut sich die Scheeßelerin in diesem Jahr besonders? „Die Ärzte natürlich, und The Cure – mit denen bin ich quasi aufgewachsen.“
Anna Grube hat bisher noch nicht den Weg auf den Eichenring gefunden: „Nein, das ist nicht so meine Musik, außerdem sind mir die Karten zu teuer“, sagt die 25-Jährige. „Wäre Heinz-Rudolf Kunze mal da, würde ich mir das wohl nochmal überlegen.“ Amüsiert ist die Scheeßelerin immer dann, wenn sie Auswärtige von ihrer Herkunft erzählt. „Dann heißt es oft: ,Scheeßel? Das ist doch dort, wo das Hurricane stattfindet‘“.
Ilse Heitmann ist 69 Jahre alt. „Blink-182? Nie gehört!“, kommentiert sie die Frage, welche der Bands ihr ein Name ist. Obwohl die Rentnerin noch nie einen Zugang zum Festival hatte, ist sie sich sicher: „Für den Scheeßeler Einzelhandel ist das doch ein lukrativer Zugewinn.“
Diese Meinung teilt auch Else Badenhoop (63). Und sie geht noch weiter: „Auch die Bauern, die das Gelände zur Verfügung stellen, machen damit bestimmt ein ordentliches Geschäft.“



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