Scheessel - Von Ulla HeyneIn der Eichenschule tut sich etwas im sprachlichen Bereich: Nachdem Spanisch bereits seit mehreren Jahren als dritte Fremdsprache angeboten wird, ist es ab sofort möglich, die Sprache auch ab der sechsten Klasse als zweite Fremdsprache zu wählen. Warum sich das Scheeßeler Gymnasium zu diesem Schritt entschlossen hat und was das für die Schüler bedeutet, verrieten der stellvertretende Schulleiter Volkmar Bendukat und Spanischlehrerin Janine Algie im Gespräch mit der Kreiszeitung.

© Foto: Heyne
Stellvertretender Schulleiter Volkmar Bendukat und Spanischlehrerin Janine Algie. ·
RK: Spanisch als zweite Fremdsprache ab der sechsten Klasse – was soll das?
Volkmar Bendukat:Damit tragen wir einem häufig geäußerten Elternwunsch Rechnung. Vielen war das Spektrum Französisch/Latein nicht breit genug. Was an vielen Gymnasien bereits erfolgreich vollzogen wird, wollen wir nun auch bei uns umsetzen.
Janine Algie:Außerdem besteht auch seitens der Schülerschaft ein großes Interesse an der Sprache – Spanisch ist einfach attraktiv.
Wie erklären Sie sich das?
Bisher gab es Französisch- und Lateinklassen. Kriegt man da noch eine dritte Fremdsprache unter einen Hut?
Bendukat:Wir haben die Strukturen umgestellt. Die „klassischen“ Französisch- und Lateinklassen gibt es seit dem letzten Jahrgang nicht mehr. Die Kinder bleiben in ihrem Klassenverband, nur die Fremdsprachen werden in eigenen Kursen unterrichtet. Das hat bei sechs Kursen für fünf Klassen auch den Vorteil, dass einige Kurse entsprechend weniger stark frequentiert sind. Außerdem bleiben so Freundschaften aus der Grundschulzeit erhalten, auch wenn die Kinder sich für unterschiedliche Sprachen entscheiden. Besonders hierauf haben wir aus der Elternschaft viele positive Rückmeldungen bekommen.
Können Kinder sich in dem Alter überhaupt schon fundiert entscheiden oder wählen sie das, was gerade „angesagt“ ist?
Algie:Aus diesem Grund haben wir in der fünften Klasse Schnupperstunden durchgeführt, um einen Einblick in alle drei Sprachen zu vermitteln.
Wie viele Schüler haben sich tatsächlich für Spanisch entschieden?
Bendukat:Von 143 Schülern waren es als Erstwahl 99. Das bedeutet, dass wir drei Spanischkurse einrichten.
Gibt es konkrete Beispiele, bei denen Ihre ehemaligen Schüler ihre Spanischkenntnisse auf dem weiteren Lebensweg auch anwenden konnten?
Algie (lacht):Dafür bin ich als ehemalige Eichenschülerin selbst ein Beispiel. Ich habe hier Spanisch als dritte Fremdsprache ab der zehnten Klasse gelernt. Spontan fällt mir Ghardaia von Bothmer ein, die Spanisch in ihrem Bankberuf braucht und inzwischen in Argentinien lebt.



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