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Bei Niemeyers kommt es nicht auf Größe an

Ungleiches Paar aus Fintel ist heute Abend bei Sat 1 auf Sendung

Bei Niemeyers kommt es nicht auf Größe an

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Scheessel - Von Norman RiebeselFINTEL · Vor sechs Jahren haben sich Daniela und Dittmar Niemeyer kennen gelernt. „Wir sind über einen Internetchat in Kontakt gekommen. Er hat also von meiner Größe zunächst nichts gewusst, bis ich ihm dann ein Foto geschickt habe.“ Da stellte Dittmar fest, dass die junge Frau, die ihm so sympathisch war, deutlich kleiner war als er selber.

Die Familie Niemeyer: Finn ist mit vier Jahren schon genauso groß wie seine Mutter.

Die Familie Niemeyer: Finn ist mit vier Jahren schon genauso groß wie seine Mutter.

60 Zentimeter beträgt der Größenunterschied, denn Daniela Niemeyer misst nur 1,13 Meter, sie ist kleinwüchsig. „Ich habe sehr mit mir gekämpft, ob ich diese Beziehung wirklich eingehen soll. Ich habe auch Freunde und Kollegen um Rat gefragt“, beschreibt Dittmar Niemeyer seine anfänglichen Hemmungen. Aber am Ende hat doch die Liebe gesiegt und die beiden sind seit drei Jahren glücklich verheiratet. Dittmar ist heute natürlich froh, dass er den Schritt damals gewagt hat, denn Probleme auf Grund der unterschiedlichen Größe hat es von Anfang an nicht gegeben.

„Wenn ich meine Frau küssen will, stellt sie sich auf eine Tritterhöhung oder ich gehe in die Knie“, erzählt Dittmar. Eigentlich also ein ganz normales Paar. Bei Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko und seiner Freundin Hayden Panettiere beträgt der Größenunterschied schließlich auch 43 Zentimeter.

Trotzdem war im Herbst ein Fernsehteam von der Ufa bei Familie Niemeyer und hat einen Fernsehbeitrag über das ungleiche Paar gedreht. „Denn“, so Daniela Niemeyer, „Partnerschaften zwischen Kleinwüchsigen und normalwüchsigen Menschen sind ziemlich selten.“ Und noch eine Besonderheit weist das Paar auf: seine drei Kinder.

„Oft verzichten kleinwüchsige Frauen aus Angst vor Komplikationen bewusst auf Kinder“, weiß Daniela Niemeyer. Bei ihren Schwangerschaften gab es allerdings keine Probleme. Das erste und das dritte Kind sind normal groß zur Welt gekommen. Nur bei ihrer Tochter Lea sei schon im Mutterleib festgestellt worden, dass sie die Kleinwüchsigkeit erben würde. Lea ist jetzt fast drei Jahre alt und 65 Zentimeter groß. Daraus ergeben sich für das Ehepaar Niemeyer Probleme: „Der Pflegeaufwand für Lea ist sehr hoch, weil sie einige Dinge nicht tun kann, die andere Gleichaltrige bewältigen, zum Beispiel sich selber anziehen und waschen. Das Badezimmer muss entsprechend an ihre Bedürfnisse angepasst werden.“ Die Krankenkasse habe schon signalisiert, dass sie einen Pflegekostenantrag frühestens bewilligt, wenn Lea drei Jahre alt ist. Im Januar ist es soweit.

Die Dreharbeiten haben den Niemeyers viel Spaß gemacht. Von der Fernsehsendung erhoffen sie sich, dass sie ihnen den Kampf mit der Krankenkasse, aber auch mit dem Sozialamt erleichtern wird. Außerdem wollen sie anderen Kleinwüchsigen Mut machen und der Allgemeinheit zeigen, dass Kleinwüchsige ganz normale Menschen sind. Ausgestrahlt wird die Reportage heute Abend um 23.30 Uhr auf Sat 1 in der Sendung „24 Stunden“.

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