Scheessel - Von Ulla Heyne - Die sibirische Kälte hat Scheeßel fest im Griff. Dabei wirken sich die Minusgrade auch auf den Alltag im Beekeort aus. Einige Menschen sind so verzweifelt, dass sie den Klempnermeister sogar vom Frühschoppen abholen.

Die Bauarbeiten an den Wärmeleitungen am Kreuzberg liegen auf Eis. ·
Keine Beeinträchtigungen durch die Kälte hatte der Wochenmarkt am Sonnabend in Scheeßel zu verzeichnen. Bis auf den „Honigmann“ waren alle Marktbeschicker am gewohnten Platz. „Wir machen keine Pausen, auch nicht wegen des Wetters oder in den Ferien. Das sind wir unseren Kunden schuldig“, meint Alma Dreßler vom Moorweghof in Königsmoor. Die Frau der Hofschlachterei, die sich „nach dem Etagenprinzip“ mit Angoraunterwäsche und mehreren Pullis warm hält, sieht es positiv: „Der Schnee letztes Jahr war viel schlimmer. Da sind wir mit dem Anhänger stecken geblieben und mussten den Weg zu unserem Standplatz mit Streusalz freikämpfen.“ Gegen die schlimmste Kälte helfen zwei Heizlüfter, „einer oben, einer für die Füße.“ Viel bringe das nicht, aber schließlich sei man ja abgehärtet und gewöhne sich daran. „Nur die Harten kommen in den Garten“, lacht die bekennende „Oma fürs Grobe“. Auch in der eigenen Schlachterei führe die Kälte nicht zu Beeinträchtigungen.
Was des einen Last, ist des anderen Freude: Die Wümmewiesen bei Jeersdorf haben sich zum heimlichen Mekka für Schlittschuhläufer entwickelt. Dort freute man sich am Wochenende über knackige Temperaturen und ebensolches Eis; um die Mittagsstunden zogen dort über ein Dutzend Läufer ihre Runden, ebenso wie auf dem Heidesee.



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