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Ganz Scheeßel liegt auf Eis / Die Kälte bestimmt den Alltag im Beekeort / Bauarbeiten ruhen / Klempner sind hoch im Kurs

Die Kälte bestimmt den Alltag im Beekeort / Bauarbeiten ruhen / Klempner sind hoch im Kurs

Ganz Scheeßel liegt auf Eis

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Scheessel - Von Ulla Heyne - Die sibirische Kälte hat Scheeßel fest im Griff. Dabei wirken sich die Minusgrade auch auf den Alltag im Beekeort aus. Einige Menschen sind so verzweifelt, dass sie den Klempnermeister sogar vom Frühschoppen abholen.

Foto: Heyne

Die Bauarbeiten an den Wärmeleitungen am Kreuzberg liegen auf Eis. ·

Keine Beeinträchtigungen durch die Kälte hatte der Wochenmarkt am Sonnabend in Scheeßel zu verzeichnen. Bis auf den „Honigmann“ waren alle Marktbeschicker am gewohnten Platz. „Wir machen keine Pausen, auch nicht wegen des Wetters oder in den Ferien. Das sind wir unseren Kunden schuldig“, meint Alma Dreßler vom Moorweghof in Königsmoor. Die Frau der Hofschlachterei, die sich „nach dem Etagenprinzip“ mit Angoraunterwäsche und mehreren Pullis warm hält, sieht es positiv: „Der Schnee letztes Jahr war viel schlimmer. Da sind wir mit dem Anhänger stecken geblieben und mussten den Weg zu unserem Standplatz mit Streusalz freikämpfen.“ Gegen die schlimmste Kälte helfen zwei Heizlüfter, „einer oben, einer für die Füße.“ Viel bringe das nicht, aber schließlich sei man ja abgehärtet und gewöhne sich daran. „Nur die Harten kommen in den Garten“, lacht die bekennende „Oma fürs Grobe“. Auch in der eigenen Schlachterei führe die Kälte nicht zu Beeinträchtigungen.

Foto: HeyneAlma Deßler

Das gilt nicht für die Arbeiten des Bauunternehmens Laurinat, das derzeit die Abwärmeleitungen im Kernort für den Anschluss an eine Biogasanlage verlegt. Am Kreuzberg und einigen anderen Stellen stehen die Bagger still, die Arbeiten mussten zwischenzeitlich eingestellt werden. „Bei so extremen Minusgraden ist da einfach nichts zu machen“, weiß Bau- und Planungsfachbereichsleiter Joachim Köhnken. Auch die geplanten Arbeiten zur Neugestaltung des Rathausparks liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis.

Gut zu tun hat dagegen Frank Meyer aus Wohlsdorf. Bei dem selbstständigen Klempnermeister steht das Telefon nicht mehr still. „In vielen Haushalten rächt sich jetzt eine mangelnde Dämmung“, weiß der Wohlsdorfer, „da nützt dann auch ein Austausch der geplatzten Leitungen nichts.“ Am häufigsten seien Wasserleitungen eingefroren, die schlecht isoliert beispielsweis in der Abseite im Dach verlegt seien. „Da hilft erstmal nur, einen Heizlüfter zu kaufen und dann in eine gute Isolierung zu investieren.“ Besonders tragisch seien eingefrorene Leitungen in der Landwirtschaft. „Wenn 150 Kühe nichts zu trinken kriegen, hat das natürlich absolute Priorität“, so der Wohlsdorfer, der sogar schon Kunden vertrösten muss. „Eine Frau hat mich sogar nach einem Frühschoppen abgeholt, damit ich ihre Heizung wieder in Gang bringe.“ Sein Fazit nach einem Wochenende Nonstop-Notdienst: „Ich habe von der Kälte erstmal die Nase voll.“

Was des einen Last, ist des anderen Freude: Die Wümmewiesen bei Jeersdorf haben sich zum heimlichen Mekka für Schlittschuhläufer entwickelt. Dort freute man sich am Wochenende über knackige Temperaturen und ebensolches Eis; um die Mittagsstunden zogen dort über ein Dutzend Läufer ihre Runden, ebenso wie auf dem Heidesee.

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