Jeddingen · An Burnout Erkrankte leiden unter einer starken geistigen, körperlichen und seelischen Erschöpfung. „Der Homo sapiens ist ein Lebewesen, das sich der Evolution noch nicht angepasst hat. Denn eigentlich sind wir noch darauf getrimmt, uns jeden Tag 5 000 Meter körperlich zu bewegen. Doch der Trend ist eher rückläufig, das ist nicht artgerecht und führt zu typischen Volkskrankheiten.“

Carsten Kupferberg referierte.
Der Fachmann Carsten Kupferberg referierte auf Einladung des Visselhöveder Gewerbevereins im Jeddinger Hof zum brandaktuellen Krankheitsbild.
Das Gefährliche am Burnout sei, dass sich diese Erkrankung wie beim Alkohol schleichend entwickele und die Betroffenen erst nach Jahren an den Punkt gelangten, „wo nichts mehr geht“. Der Akku sei leer und eine totale Erschöpfung die Folge, so Kupferberg. Sowohl körperliche, als auch geistige Dauerbelastung könne zu Burnout führen. Der Wille zu arbeiten sei vielleicht noch da, Körper und Geist versagten jedoch.
„Projektleiter, Manager und Führungskräfte sind körperlichen und psychischen Belastungen in noch größerem Maß ausgesetzt. Sie stehen immer mehr unter Zeit-, Erfolgs- und Leistungsdruck. Zugleich tragen sie Verantwortung für den Unternehmenserfolg“, erläutere der Experte.
Stress diene dem Schutz. Das mache müde und zwinge zu Erholungsphasen. „Was wir heute aber machen, ist genau das Gegenteil. Es fehlt an Bewegung und den nötigen Erholungsphasen. Jeder Burnout-Patient lernt in der Reha: Weniger ist immer mehr. Weniger Auspowern bedeutet am Ende mehr Leistung!“ Ein Gesundheitsmanagement für Körper, Geist und Seele vermeide nicht nur negative Folgen dieser Überbelastungen, sondern erhöhe das Wohlbefinden sowie die Erfolgs- und Leistungsfähigkeit. „Unsere Vorfahren hatten nach jeder Stressphase lange Erholungsphasen – weniger Stress führt zu mehr Entspannung.“
Kupferberg riet zu regelmäßigem Training um Stress ab und Glückshormone aufzubauen. „Dreimal die Woche sollte eine halbe Stunde trainiert werden, um sein Herzkreislaufsystem zur stärken!“ Training wirkt sich auf alle Bereiche aus. Vorbeugend gegen Burnout empfiehlt der Experte neben Bewegung, möglichst weiter einen Gleichklang von Be- und Entlastung zu schaffen, für eine angepasste Ernährung und für Ausgleich zu sorgen. Dazu gehört auch viel „aufrecht gehen“ und nach 90 Minuten Arbeit, eine Aktivpause einzulegen. Wie eine mögliche Variante der Aktivpause aussehen kann, zeigte er humorvoll an Beispielen und lud die Zuhörer zu Entspannungsübungen ein. · aki



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