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Ziel: Raus aus der Erwerbslosigkeit

22 Teilnehmer im Projekt IntROW / Der behutsame Weg zurück auf den Arbeitsmarkt

Ziel: Raus aus der Erwerbslosigkeit

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Rotenburg - Das Projekt Integration in Rotenburg (Int ROW) auf dem Heimathausgelände in Rotenburg läuft zwar erst seit dem 1. August vergangenen Jahres, aber schon jetzt sind vier der insgesamt 22 Teilnehmer in einem Praktikum. Das erklärte Norma Burfeind-Hinck vom Herbergsverein gestern Vormittag in einem Gespräch mit der Presse. Der Herbergsverein und das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) tragen gemeinsam das Projekt Int ROW, das auf anderthalb Jahre angelegt ist und mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird.

Die IntROW-Macher und zwei der insgesamt 22 Teilnehmer im alten Magazin, wo die neue Werkstatt entsteht. ·

© Foto: Menker

Die IntROW-Macher und zwei der insgesamt 22 Teilnehmer im alten Magazin, wo die neue Werkstatt entsteht. ·

Die Teilnehmer dieses Projektes leben zurzeit von Hartz-IV. Sie sind seit langer Zeit arbeitslos und bringen „multiple Hemmnisse“ mit, wie Martina Hebel und Angelika Pütz vom BNW sowie Manfred Kröger und Norma Burfeind-Hinck vom Herbergsverein erklären. Diese Hemmnisse machten eine Integration auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Ziel sei es, für sie behutsam einen passenden Weg zu ebnen. „Viele haben bereits eine Maßnahmen-Karriere hinter sich“, so Kröger. Da sei es nicht einfach möglich, ihnen im Rahmen einer normalen Qualifizierung mit einem Praktikum den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu verschaffen. Sie würden scheitern, wenn sie ohne weiteres in einen Betrieb gehen müssten. Deshalb entwickelten Kröger und Hebel einen anderen Ansatz: Das Projekt bietet einen geschützten Raum, und in diesen holen die Macher die Unternehmen hinein. Eine Idee, die bereits vor zweieinhalb Jahren entstanden sei und jetzt auch erste Früchte trage.

Die Aufgabenbereiche, die die Teilnehmer zu erfüllen haben, sind sehr unterschiedlich – sie erstrecken von der Garten- und Landschaftspflege auf dem Heimathausgelände über Steinsetzarbeiten und Wegebau bis hin zu technischen Herausforderungen, wie Holzbau, Lackieren und Malerarbeiten. Zurzeit ist ein Teil damit beschäftigt, im alten Magazin eine Werkstatt einzurichten. Vorausgegangen war theoretischer Unterricht, außerdem gab es Hilfestellung von einer Unternehmer, der mit guten Tipps und Ratschlägen zur Seite stand, ehe die Teilnehmer damit begannen, den Raum herzurichten. „Wir verspüren hier eine besondere Eigendynamik, die ganz viel macht“, so Burfeind-Hinck. Die Teilnehmer entwickelten inzwischen Eigenverantwortung und suchten gemeinsam nach Lösungen. Kröger: „Kein Mensch will nicht nichts tun – jeder will andere Menschen um sich haben, jeder braucht ein soziales Umfeld.“ Genau das finden die Männer und Frauen in diesem Projekt. Ebenso wie die Wertschätzung. Kröger: „Manche sind regelrecht entwöhnt und daher nicht mehr in der Lage, ein Lob anzunehmen.“

Das alles gehe mittlerweile gut voran, und mit dem Malerbetrieb Leefers, der Firma „Der Garten“, Garten- und Landschaftsbauer Heiko Weseloh sowie den Tischlereien Siegmann und Sprenger sei das betriebliche Umfeld, das von außen dazu kommt, schon recht groß. Und was die „Macher“ besonders freut: Dieser behutsame Weg kitzele bei den Teilnehmern zum Teil ein sehr großes Geschick heraus – etwas, was wahrscheinlich im Rahmen eines normalen Betriebspraktikums kaum zur Geltung gekommen wäre. „Dieses Gelände ist ein guter Platz, auf dem Leute, die etwas tun wollen, auch etwas tun können“, lautete die ursprüngliche Überlegung. Und weil sich das bewahrheitet habe, wollen Hebel und Kröger schon im Sommer das Konzept für ein Anschlussprojekt erstellen.

Die Teilnehmer hangelten sich derweil weiter von einer Projektarbeit zur nächsten – und verschafften sich somit vielleicht die Voraussetzung, selbst direkt in einem Betrieb ein Praktikum zu absolvieren. Das alles in der Hoffnung, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. · men

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