Rotenburg - KREIS ROTENBURG (sf) · Die Diskussion um eine Integrierte Gesamtschule im Süden des Landkreises hat von ihrer Zähleibigkeit nichts eingebüßt. Der Schulausschuss des Kreistages konnte sich gestern Nachmittag nicht dazu durchringen, dem Antrag von Barbara Frömming und Karl-Hans Keller (beide SPD) auf Beantragung einer IGS in Bothel zum Schuljahresbeginn 2011 zu folgen. Stattdessen verständigte sich der Fachausschuss darauf, einen „Unterausschuss“ zu bilden, der – in kleinem Kreis und hinter verschlossenen Türen – einen wenn möglich für alle Kreistagsmitglieder zustimmungsfähigen Kompromissvorschlag ausarbeiten soll.

Vor Beginn der Schulausschusssitzung gestern Nachmittag waren Transparente noch zugelassen. Vorsitzender Helmut Ringe machte aber von seinem Hausrecht in der Aula des Ratsgymnasiums Gebrauch und ließ die Spruchbänder einrollen.
Mit solchen Unterausschüssen hat der Schulausschuss durchaus gute Erfahrungen gemacht. So wurde die Elternbefragung zur Ermittlung eines Gesamtschulbedarfs ebenso durch ein derartiges Gremium, dem drei Kommunalpolitiker, ein Vertreter von Lehrern/Eltern und Verwaltungsmitarbeiter angehörten, auf den Weg gebracht, wie die einstimmig im Kreistag abgesegnete „Resolution“ an die Landesregierung, in der u. a. auch eine Absenkung der für die Gründung einer Gesamtschule vorgeschriebenen Zügigkeit auf vier gefordert worden war.
Der Antrag von Frömming und Keller wurde mit dem Begehr der Stadt Visselhövede gemeinsam diskutiert, einer vom Landkreis Soltau-Fallingbostel geplanten Elternbefragung zuzustimmen. Die Nachbarn hatten zwar die Bitte, eine Gesamtschulbefragung für den Standort Visselhövede auch in Walsrode, Neuenkirchen und Bomlitz zuzulassen, abgelehnt, aber jetzt die, wie Rüdiger Bruns (SPD) es ausdrückte, „Dreistigkeit“ besessen, gleiches vom Landkreis Rotenburg einzufordern. Der Verwaltungsausschuss des Visseler Rates hatte bereits grünes Licht signalisiert, doch bei Schuldezernent Dr. Torsten Lühring stellten sich „Bauchschmerzen“ ein. Wenn Schüler aus Vissel in den Nachbarlandkreis abwanderten, gefährde das möglicherweise den Bestand der Haupt- und Realschule, von der Außenstelle des Ratsgymnasiums ganz zu schweigen. Lührings Vorschlag, das Vorhaben der Nachbarn zu verknüpfen mit einem möglichen gemeinsamen Gesamtschulstandort Visselhövede, fand Wohlwollen im Schulausschuss.
Das zweifelt Bothels Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann allerdings an, der sich, wie seine Amtskollegin Franka Strehse aus Visselhövede, im Anschluss an die Beratungen enttäuscht zeigte, dass das IGS-Projekt im Schulausschuss nicht mit mehr Verve und Traute vorangetrieben worden ist.
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