Rotenburg - Von Guido MenkerWenn Waffensen ganz oben auf dem Treppchen landet, gibt es eine große Party. Das verspricht Bürgermeister Detlef Eichinger der Rotenburger Ortschaft, die als einziger Vertreter Niedersachsens am europäischen Dorrferneuerungspreis „Der Zukunft auf der Spur“ teilnimmt. Eichinger und Waffensens Ortsbürgermeister Hartmut Leefers unterschrieben gestern Vormittag im Rathaus die Unterlagen, die an die Jury nach Wien geschickt werden.

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Detlef Eichinger (l.) und Hartmut Leefers unterzeichneten die Unterlagen, die an die Jury in Wien gehen.
Es waren zwar nur 15 Fragen zu bearbeiten, doch das Antwortpaket besteht aus zwei dicken und entsprechend schweren Bänden. Zur Bewerbungsmappe gehören außerdem zwei CDs mit weiterem Material sowie eine Plakatwand, auf der der Arbeitskreis in Wort und Bild seine Bestandsaufnahme zusammengefasst hat. Das alles erarbeitete die Gruppe zusammen mit Wolfgang Kleine-Limberg und Eva Hannak vom Büro „Mensch und Region“ für nachhaltige Prozess- und Regionalentwicklung sowie Klaus-Dieter Karweik von der LGLN. „Sie haben uns professionell begleitet, damit wir nicht auf Irrwegen landen“, bilanzierte Hartmut Leefers die „gute Kooperation“. Nun gehen die Unterlagen also nach Wien, und erst in der zweiten Jahreshälfte wird Waffensen wissen, was dabei herausgekommen ist. Doch für Leefers steht schon fest: „Wir haben schon jetzt gewonnen, weil wir diesen Prozess hinter uns gebracht haben.“ Die Menschen in Waffensen hätten sich darin geübt, weit über den Tellerrand zu schauen. Ohne diesen Wettbewerb würden sich die meisten nur auf die Gegenwart konzentrieren, vielleicht sogar nur auf sich persönlich. So aber seien die Sinne geschärft worden, um bei allen Entscheidungen darüber nachzudenken, welche Folgen sie für die Gemeinschaft haben. Hella Haase gehört zur Arbeitsgruppe, und auch sie ist begeistert: „Erst wollte ich ja gar nicht mitmachen, aber dann war ich doch neugierig. Es war so spannend und interessant, und es war eine Zusammenarbeit von jüngeren und älteren Leuten.“ Sie blieb also dabei – so, wie 30 andere Waffensener auch.
Das erste Ergebnis lag gestern Vormittag im Rathaus auf dem Tisch und geht jetzt nach Wien. Ein Stück Arbeit, das Kleine-Limberg etwas näher beleuchtete. Über den Fragenkatalog hatten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe mit vielen verschiedenen Themen zu befassen. Es ging um die Nahversorgung und um die Wertschöpfungsketten, um umweltgerechte Land- und Forstwirtschaft, Dienstleistungen und soziales Engagement, um Visionen für Waffensen, die Kooperationen im Dorf, aber auch mit der Stadt, dem Rat und den Bürgern. Außerdem beleuchtete das Team die Siedlungsentwicklung, den Umgang mit den natürlichen Ressourcen, das Nebeneinander von alter und neuer Bausubstanz, die Teilhabe aller Generationen sowie die Orts-Identität. „Bei der Frage nach der Zukunft geht es also auch um die Frage, woher wir kommen“, erklärte Kleine-Limberg den Umfang der Aufgabe.
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