Rotenburg/Achim (bn) · Jetzt wird es ernst: In dieser Woche beginnt im Bereich der Gasverdichtungsstation Achim im Kreis Verden der Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL).

Letzte Vorbereitungen auf dem Rohr-Lagerplatz im Rotenburger Gewerbegebiet Hohenesch-Nord für die Verlegung der Nordeuropäischen Erdgasleitung.
Dem Verlegen der riesigen Rohre in einem zweieinhalb Meter tiefen Graben ging ein mehrere Jahre währender Planungsprozess voraus, in den der Landkreis und betroffene Grundstückseigentümer eingebunden waren. Immerhin wird auf einer Breite von 36 Metern der Mutterboden abgeschoben. Davon sind Archäologie und Naturschutz betroffen. Fachfirmen, beauftragt vom Landkreis und bezahlt vom Bauherrn, übernehmen vor Ort die weitere Arbeit.
„Ein derart großes lineares Projekt gab es von archäologischer Seite hier im Landkreis noch nicht“, verdeutlicht Hesse. Bei einer Pressekonferenz am 19. Mai im Syker Kreisheimatmuseum soll die Thematik daher im Beisein der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Johanna Wanka, vertieft werden.
Der Landkreis will zudem vermeiden, dass der Energieversorgung ein 40 Kilometer langes und 36 Meter breites Band intakter Landschaft geopfert wird. Forstoberrat Jürgen Cassier, Leiter der Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege: „Wir haben dieses Vorhaben auf die betroffenen Belange von Natur und Landschaft begleitet. Besonders ging es dabei um die Eingriffe in die Schutzgüter Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Landschaftsbild. Dabei haben wir mit dem Bauherrn vereinbart, dass die ausgleichbaren Beeinträchtigungen durch eine Ersatzzahlung abgegolten werden. Soweit sich Ersatzmaßnahmen umsetzen lassen, werden sie von der Stiftung Naturschutz im Hatzter Moor durchgeführt.“
Die Biologin Sigrid Vogt, Mitarbeiterin von Cassier, hat den Aktenberg zur Nordeuropäischen Erdgasleitung aus naturschutzfachlicher Sicht geprüft. Sie wird vor Ort durch einen Landschaftspfleger unterstützt, der über die Umsetzung des landschaftspflegerischen Begleitplans wacht. Als Beispiel dafür nennt Vogt: „Das Grundwasser muss zeitweise abgesenkt werden. Das abgepumpte Wasser kann große Mengen an Eisen enthalten, das bei Einleitung in Gräben und Bäche als so genannter Eisenocker erhebliche ökologische Schäden anrichten kann. Dies kann technisch vermieden werden, indem das Wasser erst in einen Behälter geleitet wird, in dem das Eisen sich absetzen kann.“
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