Rotenburg - ROTENBURG (sf) · Die Situation ist verworren, bürokratische Hemmnisse verhindern zurzeit (noch), dass sich die Härtefallkommission des Landes mit dem Verbleiben der 70-jährigen Dulja Saiti und ihrer 50-jährigen Tochter Selvije Ernst in Deutschland befasst. Seit dem 21. April sind die beiden Frauen im Kirchenasyl in der Rotenburger Auferstehungsgemeinde am Berliner Ring untergekommen. Wie lange noch, steht in den Sternen. Der Landrat hat ausdrücklich erklärt, er werde das Kirchenasyl achten. Die für den 27. April bereits terminierte Abschiebung der beiden Roma nach Serbien wurde von der Ausländerbehörde „storniert“.

Dulja Saiti (sitzend rechts) und Selvije Ernst (daneben) haben in der Auferstehungsgemeinde am Berliner Ring Kirchenasyl gefunden.
Landrat Hermann Luttmann sieht für den Landkreis keine Möglichkeit mehr, das abgeschlossene „rechtsstaatliche Verfahren“ aufzuhalten. Seine Versuche, so Luttmann im Gespräch mit unserer Zeitung, die Vorsitzende der Härtefallkommission umzustimmen, wären erfolglos geblieben. Der Landkreis wäre ohnehin nur ausführende Behörde, der Innenminister sei federführend. Den wollen die Grünen im Landtag jetzt mit der besonderen Problematik konfrontieren, kündigte Elke Twesten an. Und Hedda Braunsburger (SPD) will fraktionsübergreifend im Kreistag der Verwaltungsspitze im Bemühen um eine Lösung den Rücken stärken, die der offensichtlichen Tragik einer Abschiebung älterer und dazu noch chronisch kranker Frauen gerecht wird.
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