Rotenburg - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · Eine Oberschule mit gymnasialem Angebot wird es in Visselhövede nicht geben. Eine entsprechende Mitteilung erreichte gestern Morgen das Rathaus. „Nach eingehender Prüfung des Antrages muss ich Ihnen mitteilen, dass ich die Genehmigungsvoraussetzungen nicht für erfüllt halte und deshalb beabsichtige, Ihren Antrag abzulehnen“, schreibt Bernd Schulte von der Landesschulbehörde.
Und die Begründung folgt auf dem Fuße: So seien Schulträger berechtigt, Oberschulen zu errichten, wenn die Entwicklung der Schülerzahlen dies rechtfertige. Schulte listet noch einmal die Voraussetzungen auf: „Je Zug Schülerzahlen von 27 im gymnasialen Angebot sowie 24 im Übrigen. Insgesamt werden also mindestens 75 Schüler benötigt, wobei die Zahl von 27 Schülern im gymnasialen Angebot nicht unterschritten werden darf.“
Und genau das sei in Visselhövede der Fall. „Oberschulen mit gymnasialem Angebot sehen laut Verordnung auch keine zeitlich befristete Ausnahmeregelung vor. So könne die voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen die Errichtung der beantragten Oberschule nicht rechtfertigen. Hinzu kommt, dass Ihre Prognose aus hiesiger Sicht auch nicht in allen Belangen nachvollziehbar und plausibel ist“, schreibt die Behörde.
Die ist auch der Meinung, dass der der städtischen Prognose zu Grunde gelegte Anteil der auf die Oberschule entfallenden Schüler des gymnasialen Bildungsweges von 94 Prozent ebenfalls „nicht realistisch und deutlich zu hoch angesetzt“ ist.
Schulausschuss
wird einberufen
Und genau damit wird sich der Schulausschuss während seiner nächsten Sitzung befassen müssen. „Wir versuchen, erst einmal eine Verlängerung der Frist zu bewirken“, so Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD), die über die Antragsablehnung „sehr enttäuscht“ ist. Dann werde sich der Schulausschuss Gedanken machen müssen, ob man eine einfache Oberschule beantragen wolle. „Aber auch ohne Oberschule ist es ja nicht so, dass wir nichts haben. Es würde weiterhin eine zusammengefasste Haupt- und Realschule sowie in den kommenden Jahren eine gymnasiale Außenstelle für die Klassen fünf und sechs geben.“
Laut Strehse kam das Aus für die Oberschule mit gymnasialen Angebot allerdings nicht ganz überraschend, nachdem bereits „Selsingen mit deutlich besseren Zahlen eine Absage bekommen hat.“ Dennoch sei es unverständlich, dass die Regierungsfraktionen in Hannover den kleinen Standorten „zunächst Mut gemacht“ hätten, um dann alles „scheibchenweise wieder zurückzunehmen“, kommentiert Strehse die Entscheidung. „Schade sei es auch um die Anstrengungen der örtlichen Landtagsabgeordneten, die sehr aktiv waren.“
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