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Neue Ausstellung im Kunstturm / Wiedersehen mit Christoph Rust

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„Nasca Korrespondenzen“: Faszinierende Figuren

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Rotenburg (sf) - Wissenschaft trifft Kunst. In der peruanischen Pampa und jetzt auch im Rotenburger Kunstturm an der Nödenstraße.

© Franke

Peter Mokrus (v.r.) begrüßte Dr. Christiane Richter, Christoph Rust, Prof. Dr. Bernd Teichert (2.v.li.) und Alex Cerveny (sitzend) im Kunstturm.

„Nasca Korrespondenzen“ heißt die aktuelle Ausstellung, die Samstagabend eröffnet wurde. In Anwesenheit der beiden Künstler Christoph Rust und Alex Cerveny, aber auch der Wissenschaftler Prof. Dr. Bernd Teichert und Dr. Christiane Richter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden, die in Wort und „gebeamerten“ Bildern erläuterten, warum man sich gerade in Dresden der Nasca-Kultur besonders verbunden fühle.

© FrankeHedda Braunsburger (li.) und Alice Bargfrede versuchen sich im Deuten.

Ein Beamer im Kunstturm? Das hat es bislang auch noch nicht gegeben, stellte Peter Mokrus, Vorsitzender des Rotenburger Kunstvereins bei seiner Begrüßung. Und auch die Ausstellung „Nasca Korrespondenzen“ stelle etwas Neues dar, sei für den Kunstverein nur durch den Beistand der Rotenburger Stadtwerke überhaupt in die Kreisstadt zu holen gewesen. Durchaus nicht neu in Rotenburg sei allerdings Christoph Rust, der in Hannover lebe, an der Fachhochschule in Bielefeld als Professor für Ästhetik und Kommunikation lehre, seit 1990 Lichtobjekte und -skulpturen für den öffentlichen Raum entwickele, vor 15 Jahren die Neonplastik am Turm des Rotenburger Rathauses anbrachte und zuletzt 2001 mit einer spektakulären Ausstellung im Kunstturm zu Gast war.

Dass nun ausgerechnet Dresdener ihr Herz für die „Pampa de Nasca“ entdeckt haben, ist weit mehr als ein Zufall, beschrieb Dr. Christiane Richter das Engagement der Wissenschaftler von der Fakultät Geoinformation der HTW. Anno 1903 wurde in Dresden Maria Reiche geboren; in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts bewarb sich die junge Frau um eine Hauslehrerstelle beim Konsul in Cusco/Peru. Von Land und Leuten war sie begeistert, entschied, in Lima zu bleiben. 1941 sah sie erstmals die gewaltigen, linienförmigen Formationen in der Atacama-Wüste. Auf 500 Quadratkilometern erstrecken sich die Zeugnisse der Nasca-Kultur, Bilder und Figuren gigantischen Ausmaßes, die von 200 vor bis 650 nach Christus entstanden und sich bis heute erhalten haben. Die Nasca-Kultur hat aber auch Pyramiden, Bewässerungssysteme, die noch heute genutzt werden, Textilien und Keramiken hinterlassen. Maria Reiche war fasziniert, kam von dem kargen Ort nicht mehr los, verbrachte hier 40 Jahre ihres Lebens, erreichte, dass die Nasca-Figuren unter den Schutz der Unesco gestellt wurden. Dr. Maria Reiche verstarb 1998, 95-jährig.

Zu ihrem 90. Geburtstag wurde in Dresden der Verein „Dr. Maria Reiche – Linien und Figuren der Nasca-Kultur in Peru e.V.“ gegründet und seither sind Dresdener Wissenschaftler auch vor Ort dabei, den Bildern ihre Geheimnisse zu entlocken.

© FrankeNasca auf dem Mond? Apollo hat Spuren hinterlassen.

Die Faszination teilen die Sachsen mit Christoph Rust und Alex Cerveny. 2005 begann die Zusammenarbeit, die u.a. in der Ausstellung „Nasca Korrespondenzen“ mündete. Für Christoph Rust, so Christiane Richter, waren es „neue Perspektiven auf einem längst eingeschlagenen Weg“, die sich ihm eröffneten. Für Alex Cerveny, der in seiner Geburtsstadt Sao Paulo lebt und arbeitet, „die Illusion dessen, was Glauben sein könnte.“ Die Wanderung entlang der Linien stellt für ihn einen „Akt des Glaubens“ dar. Überhaupt, was die Indianer der Nasca-Kultur dazu bewog, die gewaltigen Figuren zu schaffen, liegt noch im Dunkeln, wenngleich Linien mit den Sonnenwenden zur damaligen Zeit korrespondieren. Landebahnen für Aliens waren es mit Sicherheit nicht, wie Erich von Däniken mutmaßte.

Die Exponate im Rotenburger Kunstturm stellen nur einen kleinen Teil aus dem Fundus dessen dar, was Rust und Cerveny mittlerweile als Hommage an die Nasca-Kultur geschaffen haben. Die Entdeckungsreise im Kunstturm lohnt. „Nasca Korrespondenzen“ ist bis zum 18. Oktober im Kunstturm zu sehen. Öffnungszeiten: Samstag 15 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, Mittwoch 18 bis 20 Uhr. Weitere Infos unter www. htw-dresden.de/nazca.

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