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Mitgefühl für getötete Soldaten

Anteilnahme zu schmerzlichem Verlust

Mitgefühl für getötete Soldaten

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Rotenburg - ROTENBURG / ZEVEN · Zum tragischen Tod dreier in Seedorf stationierter Soldaten äußerten sich Politiker und Seelsorger. Wir bringen Auszüge aus den Stellungnahmen.

T. Lühring

T. Lühring

Zevens Bürgermeister Hans-Joachim Jaap ist „fassungslos“. Im Namen des Rates und der Verwaltung der Stadt Zeven, aber auch im Namen aller Bürgermeister, Repräsentanten und Menschen dieser Region spricht er den Familien, Angehörigen und Freunden der getöteten Soldaten „unser aller tief empfundenes Mitgefühl und unsere Anteilnahme zu diesem überaus schmerzlichen Verlust aus.“ Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit habe man in Zeven und in Selsingen Trauerbeflaggung angeordnet.

Stellvertretend für Landrat Hermann Luttmann und den Landkreis brachte Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring seine Bestürzung über den Tod der drei Bundeswehrsoldaten zum Ausdruck. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Gefallenen sowie den Soldatinnen und Soldaten der Luftlandebrigade 31“, teilte Lühring in einer Presseverlautbarung mit.

Die Kirchengemeinden beten für getötete und verletzte Soldaten in Afghanistan, betont der Superintendent des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven, Wilhelm Helmers. Er kritisiert die „Befriedung mit militärischen Mitteln“. In einer Mail vom Karsamstag an die Pastorinnen und Pastoren im Kirchenkreis schreibt Superintendent Wilhelm Helmers: „Ich bitte Sie, in den Ostergottesdiensten der getöteten und verletzten Soldaten und besonders auch deren Familien und Freunden zu gedenken.“ Gleichzeitig geht der leitende Theologe auf die in den vergangenen Wochen kontrovers diskutierte Situation der Bundeswehr ein: „Die schon vor dem Einsatz geäußerte Kritik, die mancherorts zu heftigen Reaktionen geführt hat, wird nun durch diese tragischen Umstände bestätigt. Und auch der Tod von fünf afghanischen Soldaten (...) zeigt, wie verworren die Lage in diesem Land ist und wie unmöglich eine Befriedung mit militärischen Mitteln erscheinen muss.“ Er betrachte es nicht als einen Widerspruch, den Einsatz insgesamt kritisch zu sehen und gleichzeitig ganz nah bei den betroffenen Familien zu sein, so Helmers weiter. „Wer daraus in politischen Kreisen einen Widerspruch konstruieren will oder einen Keil zwischen Seelsorge und politischer Verantwortung treiben will,  möchte vielleicht auch von eigener Ratlosigkeit ablenken“, so der Bremervörder Pastor.

Elke Twesten MdL und Rolf Hüchting, Kreisvorstandssprecher der Grünen im Landkreis, schreiben von „Drei greifbaren Schicksalen in einem abstrakten Krieg.“ Wiederum werde deutlich, wie schwierig und gefährlich der Einsatz für die Soldatinnen und Soldaten und die zivilen Aufbauhelfer in Afghanistan sei. Im gleichen Atemzug tauche wieder die Frage nach dem Sinn dieses Krieges auf. Jeder Verlust, den die Soldatinnen und Soldaten erlitten, rücke diese Frage immer wieder in den Fokus, weil es genau hierauf keine für sie überzeugende Antwort gebe und auch die Realität längst bewiesen habe, dass eine Stabilisierung des Landes mittels Präsenz möglichst vieler Nato-Truppen allein nicht erreicht werde. Nötiger denn je sei eine zivile Aufbau- und damit auch klare Abzugsperspektive. Es bedeutet nicht, dass man Afghanistan sich selbst überlassen sollte. Es bedeutet aber, dass nicht noch mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt werden sollen – der militärische Einsatz müsse ein stufenweises Ende finden. „Die Mittel für humanitäre Hilfe dürfen nicht gekürzt werden und Helfer sollten bleiben, sofern es die Sicherheit zulässt. Der Westen darf das Land nicht aufgeben, aber es ist Zeit, sich militärisch zurückzuziehen“, so die beiden Vorstandssprecher abschließend.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel brachte seine Bestürzung zum Ausdruck. Das sei jetzt die Stunde der uneingeschränkten Unterstützung unserer Soldaten in Afghanistan. Mit ihrem Einsatz verteidigten sie auch unsere Sicherheit. Würden die Taliban wieder die Macht in Afghanistan ergreifen, würde das Land wieder zum zentralen Ausbildungsort für Terroristen aus aller Welt. Er, so Grindel, habe deshalb weder menschlich noch inhaltlich Verständnis für die Erklärung der Grünen im Landkreis Rotenburg, die noch vor dem Rücktransport der gefallenen Soldaten nach Deutschland den Rückzug der Bundeswehr gefordert haben. Der feige Hinterhalt zeige, wie gefährlich der Einsatz ist. Die Bilder der Taliban vor dem ausgebrannten Dingo belegten außerdem, wie schwer es sei, zwischen Taliban-Kämpfern und Zivilisten zu unterscheiden. Dies sollten sich alle vor Augen führen, die glauben im Kundus-Untersuchungsausschuss über unsere Soldaten richten zu dürfen. „Gemäß dem mit großer Mehrheit im Deutschen Bundestag verabschiedeten Mandat müssen wir die neue Strategie der Bundeswehr vor Ort zügig umsetzen. Dazu gehört eine weitere Verstärkung unserer Truppen und eine noch intensivere Ausbildung von Kräften der afghanischen Armee und Polizei“, fordert Grindel.

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