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Rotenburger Selbsthilfegruppe will Trennungsvätern und -müttern unterstützend beiseite stehen

Um der Kinder Willen

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Rotenburg - ROTENBURG (lw) · Früher war es verrucht, heute ist es fast schon der Regelfall: Viele Kinder werden in einer Beziehung ohne Trauschein geboren. Bisher konnten Mütter unehelicher Kinder, den Vätern das Sorgerecht verweigern. Diese Praxis hat das Bundesverfassungsgericht im August verändert und die Rechte lediger Väter gestärkt. Tausende Väter haben unter der alten Rechtssprechung gelitten. Einer von ihnen ist René Foitzik (36).

Weiß, wie schwer es Trennungsväter mitunter vor den Behörden haben: René Foitzik.

Weiß, wie schwer es Trennungsväter mitunter vor den Behörden haben: René Foitzik.

Der Hemslinger steht dafür ein, dass Kinder nach einer Trennung Kontakt zu beiden Elternteilen halten können und dürfen. Von dieser Überzeugung angetrieben, will er anderen Betroffenen Mut machen und sie über ihre Rechte informieren. Eine lokale Gruppe soll hierfür als Plattform zum Austausch und zur Selbsthilfe dienen.

Mehrere Jahre lebten René Foitzik und seine Freundin ohne Trauschein zusammen, als sie sich entschieden, eine Familie zu gründen: „Wir wollten beide ein Kind“, sagt der Hemslinger. Doch kurz nach der Geburt trennte sich das Paar, die Mutter blockte jeglichen Kontakt zum gemeinsamen Kind ab. „Das Schlimme war, dass die Behörden sich ausnahmslos auf die Seite meiner Ex-Partnerin schlugen, während ich der Gelackmeierte war“, erzählt Foitzik. Das Kind, ein Junge, ist heute vier Jahre alt. „Und in all der Zeit habe ich meinen Sohn nicht ein einziges Mal gesehen, die Kommunikation läuft derzeit allein per Briefwechsel.“

René Foitzik wirkt traurig, wenn er über seinen Sohn spricht. Aber auch trotzig und kämpferisch. „Ich bin der Vater und habe dieses Kind ja nicht einfach so in die Welt gesetzt. Es ist mein Recht, aber auch meine Pflicht, aus ihm einen mündige Erwachsenen zu machen.“

Kinder brauchen beide Elternteile, davon ist der Hemslinger überzeugt – und steht damit nicht alleine auf weiter Flur. Gemeinsam mit Dieter Hormuth, ebenfalls in der Region wohnhaft, hat René Foitzik eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Geprägt von den erlebten Erfahrungen, wie vehement Jugendämter sich im Trennungsfall entweder hinter die Mutter oder aber hinter den Vater stellen – im seltenen Fall aber beide Seiten zum Wohle des Kindes vertreten, wollen die Männer anderen ledigen Vätern, aber auch Müttern, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Als Vorbild für ihre Arbeit auf lokaler Ebene dienen ihnen die Leitsätze des Vereins „Kinder brauchen beide Eltern“ (http://www.kbbe.de) mit Sitz in Elmshorn. „Wir beabsichtigen, uns an regelmäßigen Terminen im vertraulichen Rahmen zum Austausch zu teffen“, erklärt Foitzik. Damit keine Informationen über die Einzelschicksale nach außen dringen, verpflichten sich die Mitglieder per Datenschutzerklärung zum Stillschweigen. Verpflichtend sei die Teilnahme an den Treffen nicht. „Die Leute sollen kommen, wenn sie möchten, und wenn nicht, ist das auch okay“, erklärt der Hemslinger. Nach Absprache seien auch Einzelgespräche möglich.

Und im Ernstfall, dann, wenn es darum geht, bei Familienberatungsstellen und Jugendämtern vorzusprechen? „Dann können wir auf Wunsch die Betroffenen auch dorthin begleiten und ihnen den Rücken stärken“, betont René Foitzik. Dies gelte selbst für Gerichtstermine.

Wie es mit seinem eigenen Sohn weitergeht, weiß der 36-Jährige nicht. Sein größter Wunsch? „Ich möchte das Kind nicht aus der gewohnten Umgebung herausreißen, sondern mich ihm schrittweise nähern.“ Bis dahin sei es aber noch ein weiter und steiniger Weg. „Denn auch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist nur ein winziger Schritt in die richtige Richtung.“ Bis sich im deutschen Sorgerecht wirklich etwas ändere, „sind noch viele Kinder die Leidtragenden“.

Interessierte können mit der Selbsthilfegruppe unter 0174 / 6055293 (René Foitzik) Kontakt aufnehmen oder unter 0170 / 1070415 (Dieter Hormuth). Anfragen sind auchuper E-Mail unter hallo.rene@web.de oder unter dieter.hormuth@yahoo.de möglich.

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