Rotenburg - Der tiefe Strukturwandel im Gesundheitswesen hält an. Im Krankenhausbereich machen die privaten Träger an Boden gut, während die kommunalen Einrichtungen mehr und mehr in die Bredouille geraten.

© Mediengruppe Kreiszeitung / Franke
Die ProDiako-Geschäftsführung Heinz Kölking (l.) und Michael Schwekendiek setzt auf Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit mit einem großen Partner.
„Die Kliniken in konfessioneller Trägerschaft können sich behaupten“, sagt ProDiako-Personalgeschäftsführer Michael Schwekendiek im Gespräch mit der RK/VN-Redaktion, wenngleich sich auch hier der massive Kosten- wie Konkurrenzdruck bemerkbar mache. Schwekendiek und der Geschäftsführer Finanzen der ProDiako GmbH, Heinz Kölking, nahmen gestern zu den Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit der Agaplesion, einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt, Stellung.
Wie berichtet, wurde am 10. Februar zwischen den Geschäftsführungen der ProDiako und der Agaplesion ein sogenannter „Letter of Intent“ unterzeichnet, „mit dem Ziel, durch gesellschaftsrechtliche Fusion ihre Einrichtungen in eine gemeinsame Konzernstruktur einzubringen.“ So steht es in einer Presseverlautbarung, die von beiden Gesellschaften nach Unterzeichnung der Absichtserklärung herausgegeben wurde. Man freue sich, heißt es darin weiter, „über den nunmehr möglichen gemeinsamen Weg unter dem Dach der Agaplesion“. Der Hinweis deutet auf die beabsichtigte Übernahme der deutlich kleineren ProDiako hin, deren zehn Krankenhäuser, zwölf Pflege- und zwei Reha-Einrichtungen einen Jahresumsatz von 330 Millionen Euro erwirtschafteten.
„Eine Übernahme steht nicht zur Debatte“, rückte Michael Schwekendiek die Sache zurecht. Es sei daran gedacht, dass die unter dem Dach der ProDiako-Holding zusammenarbeitenden Einrichtungen Aktien des Frankfurter Gesundheitskonzerns erwerben, der auch ein gemeinnütziges „rein diakonisches Unternehmen“ sei. Der Aktienkauf werde durchs Einbringen von Anteilen des Anlagevermögens in den Bilanzen abgebildet. „Bargeld“, so Heinz Kölking, „fließt nicht“. Überdies blieben die einzelnen Standorte als „rechtlich selbständige Einheiten erhalten“. Die Expansionsabsichten des Diakoniekrankenhauses (wir berichteten) beispielsweise blieben davon unberührt. Durch die Zusammenarbeit hoffen beide aber auf Synergieeffekte etwa beim Einkauf, bei der Informationstechnologie oder auch im Finanzwesen.
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