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... im Landkreis Rotenburg / Die Bevölkerung nimmt ab / Ideen gegen den Schwund entwickeln

Demografischer Wandel angekommen

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Rotenburg - ROTENBURG / SCHEESSEL (bn) · Landrat Hermann Luttmann will von der Alarmglocke nichts wissen – die Scheeßeler Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele als Chefin der am stärksten betroffenen Gemeinde denkt überhaupt nicht daran, den Kopf in den Sand zu stecken. Es komme jetzt vielmehr darauf an, Ideen zu entwickeln und gegenzusteuern. Gemeint ist der demografische Wandel, der auf leisen Sohlen kommend in den letzten Jahren auch das Land der Wümme erreicht hat und die Gesamteinwohnerzahl langsam aber stetig abnehmen ließ. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 164 064 Einwohner gezählt.

Landrat Hermann Luttmann: Sehr viele Chancen, wenn die ältere Generation vermehrt am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.

Landrat Hermann Luttmann: Sehr viele Chancen, wenn die ältere Generation vermehrt am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.

Luttmann: „Bei uns sieht es nicht gut aus, aber in anderen Gegenden Deutschlands, ich denke dabei an den Bereich Harz oder auch insgesamt an die neuen Bundesländer, sieht es wesentlich schlechter aus. Wir haben gute Chancen, die anstehenden Probleme zu bewältigen.“

Ende 2007 hatte der Kreis Rotenburg was die Zahl der Einwohner betrifft seinen bisherigen Höchststand mit 165 074 Personen erreicht. Bereits damals zeichnete sich eine negative Trendwende ab, denn 64 Personen wurden im Jahr 2007 weniger ermittelt. Im Jahr 2008 nahm die Einwohnerzahl insgesamt um 475 ab.

Im Jahr 2009 gab es im Kreis 1329 Geburten gegenüber 1577 Todesfällen. Das bedeutet ein Geburtendefizit von 248 und eine Bevölkerungsabnahme von 543 Einwohnern. Mit einer Abnahme von 132 Personen ist die Gemeinde Scheeßel am stärksten betroffen.

Einwohnerzahlen seit 1999 in Scheeßel: 12 352 (Plus 184), 2000: 12 496 (Plus 144), 2001: 12 654 (Plus 158), 2002: 12 728 (Plus 74), 2003: 12 817 ((Plus 89), 2004: 12 906 (Plus 87), 2005: 12 904 (Minus 5), 2006: 12 877 (Minus 27), 2007: 12 929 (Plus 52), 2006: 12 962 (Plus 31), 2009: 12 834 (Minus 132).

Die Bürgermeisterin: „In den vergangenen Jahren gehörte Scheeßel zu den Gewinnern bei den Einwohnerzahlen. Da waren wir neben Zeven und Sittensen eine von drei Kommunen mit Plus. Diesmal gehören wir zu den übrigen zehn Städten und Gemeinden, die gegenüber dem vorangegangenen Jahr Verluste hinnehmen mussten.“

Zu den Gründen zählen: Die überall registrierten gesunkenen Geburtenzahlen, die in Scheeßel im vergangenen Jahr besonders zahlreichen Schulabgänger und die verstärkte Bereitschaft junger Menschen zum Studium oder zur Berufsausbildung den Heimatort zu verlassen. Käthe Dittmer-Scheele: „Auf diese drastisch gesunkenen Kinderzahlen müssen wir kommunalpolitisch reagieren. Der demografische Wandel ist keine vorübergehende Delle und Verschuldung keine Lösung.“

Nach den Worten der Bürgermeisterin gab es bis 2003 pro Kindergartenjahrgang 140 Kinder. Seitdem habe sich diese Zahl dauerhaft auf knapp 100 eingependelt. Scheeßel sei seit 2001 führend in der Entwicklung der Betreuungsangebote. Es müsse weiter etwas getan werden, so die Verwaltungschefin, zum Beispiel bei den Krippen, während bei Kindertagesstättenplätzen für die nächsten Jahre ein Überhang zu erwarten sei.

Unumgänglichen Veränderungen wird in Scheeßel mit Ideen begegnet. Sie gebe ihrem Vorschlag Chancen, meint Käthe Dittmer-Scheele, vorhandene Räume in der Beeke-Schule bei Bedarf umzunutzen für eine Krippengruppe. Das könne auch ein Anreiz sein, um weitere gute Lehrkräfte an die Beeke-Schule und Eichenschule zu holen.

Landrat Hermann Luttmann: „Ich habe den Eindruck, dass die Kommunalpolitik im Landkreis erkannt hat, dass wir uns in den nächsten Jahren intensiv mit den Auswirkungen des demografischen Wandels beschäftigen müssen.“ Ein Beispiel: Bezogen auf 2006 wird es bis 2025 einen Rückgang der Schüler um 25 Prozent geben. Entsprechend weniger Schulen werden benötigt. In Bremervörde hat man bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Dort, wo es zur Zeit noch sechs Grundschulen gibt, wird ihre Zahl auf Beschluss des Stadtrates auf zwei reduziert.

„Der demografische Wandel“, so der Landrat, „bedeutet für den Landkreis Rotenburg weniger, dass die Bevölkerung abnimmt. Aber auch wir müssen damit leben, dass die Bevölkerung insgesamt älter wird. Das sollten wir nicht negativ sehen, denn hieraus erwachsen für uns auch eine Menge Chancen, wenn wir es schaffen, dass die ältere Generation weiter am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.“

Die älteren Menschen, betonte Hermann Luttmann, seien im Vergleich zu früher wesentlich länger fit. Sie könnten deshalb länger arbeiten, und die jüngere Rentnergeneration gehöre nicht „zum alten Eisen“. Ihre Erfahrungen könnten vielmehr hervorragend genutzt werden, unter anderem im Bereich ehrenamtlicher Tätigkeit. Die älteren Menschen, so der Landrat, sollten mehr als bisher eingebunden werden in das gesellschaftliche Leben. Mit den „Wirtschaftssenioren“ habe man im Kreis Rotenburg sehr gute Erfahrungen gemacht.

nBevölkerung

▪ wird älter

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