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„Cooper“ friert den Landkreis ein

Minustemperaturen sorgen für Gänsehaut und volle Auftragsbücher in der Werkstatt

„Cooper“ friert den Landkreis ein

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Kreis Rotenburg - Väterchen Frost ist zu Gast. Er heißt dieser Tage aber „Cooper“ – und hat sibirische Kälte im Gepäck. Bibbertemperaturen von bis zu minus zwölf Grad machen den Aufenthalt im Freien beinahe unerträglich. Andere profitieren wiederum von dem Wintereinbruch.

Wenn das Auto streikt, weil die Batterie ihren Dienst versagt, kann oft nur noch der Experte helfen – wie Kfz-Meister Detlef Ottens vom Autohaus Ottens aus Sottrum. · Fotos (2): Bommert

© ksy

Wenn das Auto streikt, weil die Batterie ihren Dienst versagt, kann oft nur noch der Experte helfen – wie Kfz-Meister Detlef Ottens vom Autohaus Ottens aus Sottrum. · Fotos (2): Bommert

Völlig unbeeindruckt von den Temperaturen ist Dachdecker Thomas Lerbs, der auf einem Haus in Schwitschen seiner Arbeit nachgeht. „Lieber so ein Wetter, als zwei Grad und Regen“, sagt er, während er sich die Nase putzt. Kältefrei gibt es für Dachdecker seinen Angaben zufolge nur auf eigenen Wunsch. „Aber man hat sich den Beruf ja ausgesucht. Außerdem wird einem durchs hoch- und runterklettern warm.“ Gegen die eisigen Temperaturen wappnet sich Lerbs mit der „Zwiebeltechnik – mehrere Schichten Klamotten übereinander“. Krank gewesen ist der Dachdecker seit 20 Jahren nicht. „Erkältung? Kenn ich gar nicht mehr.“

Von der aktuellen Witterung sind indes all jene besonders betroffen, die kein schützendes Dach über dem Kopf haben. Für Obdachlose können die nächtlichen Minusgrade zur tödlichen Gefahr werden. Als Anlaufstelle für diese Menschen dient in Rotenburg der Herbergsverein. Im „Birkenhaus“ können die Gäste auch übernachten, während der „Straßenfeger“ die Möglichkeit bietet, sich tagsüber aufzuwärmen.

Doch trotz der sibirischen Temperaturen, verzeichnen die Anlaufstellen keinen vermehrten Zulauf. „Zu uns kommen nicht mehr Menschen als sonst, im ,Birkenhaus‘ ist es im Sommer sogar voller“, berichtet Barbara May vom Herbergsverein. „Viele sorgen aber auch vor und melden sich für die kalten Monate fest in einer Einrichtung an.“ Generell seien Obdachlose, die draußen schlafen müssten, eher ein Phänomen der Großstadt. Dem schließt sich auch Elke Bellmann, Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales, an: „Wir nehmen das Problem hier nicht so wahr. Aber sollte jemand Hilfe benötigen, haben wir ein dichtes Netz und finden immer eine Möglichkeit.“

Fachmännische Hilfe benötigen in diesen Tagen so einige Autofahrer, wenn beim Umdrehen des Zündschlüssels statt des surrenden Motors nur ein „Huster“ erklingt. „Wir haben diese Woche sehr viel mit Batterien zu tun“, berichtet Kfz-Meister Detlef Ottens, der als Service-Berater im Sottrumer Autohaus Ottens tätig ist. Besonders betroffen seien Kurzstreckenfahrer, bei deren Fahrzeugen sich die Batterie nie so richtig auflade. Auch ältere Modelle litten unter der Kälte. „Wenn eine Batterie schon schwach ist, dann geht sie jetzt kaputt“, weiß Ottens.

Ein zweites Problem, mit dem sich vermehrt Kunden an die Werkstatt wenden: eingefrorenes Wischwasser – und das könne schlimmstenfalls zum Platzen des Behälters führen. Um das zu vermeiden, mahnt der Profi, auf Frostschutz und das Mischverhältnis zu achten. Einem Einfrieren der Wischerblätter beuge man durch Hochklappen vor.

Gegen zugefrorene Türen helfen Glycerinspray oder Hirschtalg für die Gummidichtungen. Für ältere Fahrzeuge könne ein Türschlossenteiser nützlich sein. Die Scheiben befreie man außen am Besten mit einem Enteiserspray von ihrem frostigen Überzug, innen beugen Luftentfeuchter-Kissen den Kristallen vor. Sinnvoll seien ferner eine Schutzfolie und eine Standheizung. Kontrollieren sollten Kraftfahrer auch den Frostschutzgehalt im Motorkühlwasser.

Taxifahrer Rainer Roloff trotzt der Kälte schlicht mit wärmerer Kleidung. Denn: „Bei den ersten beiden Taxi-Standplätzen am Bahnhof darf ich den Motor nicht laufen lassen, um mich zu wärmen. Da steige ich dann schon mal bei einem Kollegen ein, der weiter hinten steht“, erklärt Roloff. Besonders ärgere er sich, dass Besitzer von Privatfahrzeugen direkt vor den beiden Parkbuchten hielten und dort mit qualmendem Auspuff warten. „Hier sollte gleiches Recht für alle gelten“, fordert Roloff. · ber/ban/sbo/go

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