Wildeshausen - Von Joachim DeckerEine bewegte Geschichte hat die Öffentliche Bücherei Wildeshausen, die jetzt exakt 90 Jahre alt ist, hinter sich. Mehrmals wurden die Räumlichkeiten gewechselt. Aus der Borromäus-Bücherei war die „Öffentliche Volks- und Jugendbücherei“ geworden, die Mitte der 50er Jahre erneut in einen Raum unter der St.-Peter-Kirche zog.

© ksy
Auf Anregung von Vikar Hermann Bergmann wurde die Bücherei an der Burgstraße gebaut.
Immer wieder machte sich seinerzeit Vikar Hermann Bergmann für die Bücherei stark. Er war es auch, der 1971 der Raumnot endlich ein Ende setzte und den Neubau an der Burgstraße 15 a, am heutigen Standort, auf den Weg brachte. Dieser Neubau wurde von der Stadt, der katholischen Kirche und dem Kreis mit jeweils 40 000 DM finanziert.
Zügig gingen die Bauarbeiten im Jahr 1972 voran, so dass die Bücherei im Herbst ihre Türen für die Leseratten öffnen konnte. Diese Eröffnung war der Leiterin der Bücherei, Maria Unkraut, nicht mehr vergönnt, sie verstarb am 24. September. Die Leitung übernahm fortan Maria Becker. Ihre Mitarbeiterin wurde Lehrerin Gisela Schillmöller – Studienrat Hans-Dieter Heimermann übernahm, ebenfalls ehrenamtlich, die Geschäftsführung der Einrichtung.
Aus der Chronik der Bücherei geht hervor, dass immer mehr Wildeshauser die Möglichkeit nutzten, sich mit Lesestoff einzudecken. „Mit dem Ausklang des Jahres konnte die Bücherei zwei Jubiläen feiern“, steht geschrieben. „Vor genau 55 Jahren wurde mit der Büchereiarbeit in der Wittekindstadt begonnen, und vor fünf Jahren wurde der Neubau bezogen. Außerdem feierte die Gründerin, Lina Gudenkauf, ihren 85. Geburtstag.“
Bereits im Herbst 1977 konnte mit Unterstützung des Heimatvereins Düngs-trup eine Ecke für „Heimatkundliche und plattdeutsche Literatur“ eingerichtet werden. Damals war es Konrektor i. R. Hans Huntemann, der für verschiedene Bücher sorgte: „För jeden watt“, „De beste Freid“, „Seuk die watt ut“ und einige mehr. Dazu schaffte die Bücherei plattdeutsches Schrifttum an. Zum Beispiel „Plattdütsch läwt“ von Fissen, „Tüsken, Wolken und Wind“ von Burwinkel und „Ut däi blikken Trummel“ von Woltermann.
In der Chronik sind auch die Nutzer der Bücherei ganz genau festgehalten. So weist die Statistik fürs Jahr 1977 sage und schreibe 18 000 Ausleihen und 1 160 aktive Leser aus, die auf einen Buchbestand von rund 6 600 Büchern zurückgreifen können.
Facebook 'Like Box' wird geladen...

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.