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Schmallenberg-Virus: Zwei Fälle der neuen Tierseuche im Landkreis Oldenburg

Viele Vermutungen liegen noch im Vagen

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Landkreis - Von Jan SchmidtIm Landkreis Oldenburg sind zwei erste Fälle der neuen Tierseuche, dem Schmallenberg-Virus, aufgetreten. „Der Verdacht hat sich nach eingehender Untersuchung in beiden Fällen bestätigt“, sagte gestern Veterinäramtsleiter Dr. Carsten Görner. Ende vergangener Woche waren die Verdachtsfälle von den jeweils zuständigen Tierärzten gemeldet worden. In beiden Fällen handelt es sich um Schafbetriebe. Einer liegt im Norden des Landkreises, einer im Westen.

Tot geborene oder lebensschwache Lämmer, die offensichtlich starke Missbildungen aufweisen, sind das Ergebnis der Viruserkrankung. ·

© Foto: Antje Hamann-Thölken, LWK

Tot geborene oder lebensschwache Lämmer, die offensichtlich starke Missbildungen aufweisen, sind das Ergebnis der Viruserkrankung. ·

Ersten Erkenntnissen zufolge sind deutschlandweit Schafe, Rinder und Ziegen von dem Virus betroffen. Die Krankheit äußert sich offenbar bei der Geburt: Lämmer, Kälber und Zicklein weisen missgebildete Gliedmaßen, vergrößerte Köpfe und deformierte Unterkiefer auf. Bei den Muttertieren, die das Virus in sich tragen, konnten dagegen keine Symptome festgestellt werden – zumindest nicht im Landkreis Oldenburg. Die Vermutungen gehen hier aber auseinander: So berichtete die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen gestern von Fällen, bei denen auch ausgewachsene Tiere Symptome gezeigt hatten. Milchrückgang, Fieber und Durchfall seien beobachtet worden. „Das sind allerdings nur vage Indizien“, merkte Görner an. Seines Erachtens käme eine Vielzahl von Ursachen für Fieber und Milchrückgang infrage. „Sicher ist derzeit nur, dass missgebildete Schaflämmer auf das Virus hindeuten“, sagte er.

Einig sind sich die Experten über den Infektionsweg: „Das Virus wird ziemlich sicher durch Stechmücken übertragen“, sagte Görner. Es bestehe durchaus die Gefahr der Verbreitung.

Weil die Tierkrankheit bislang nicht als bekämpfungspflichtig gilt, müssen die betroffenen Landwirte keinerlei Maßnahmen ergreifen. Die Schafe dürfen weiterhin im Betrieb bleiben – sowohl im Stall als auch auf der Weide.

Während die Lämmer die Geburt nicht überlebten, ist noch völlig unklar, wie sich das Virus weiterhin auf die Muttertiere auswirkt: „Man merkt denen heute nichts an“, so Görner. „Es kann zum Beispiel sein, dass die Infektion nur vorübergehend ist und die Tiere im nächsten Jahr wieder ganz normal lammen.“ Möglich sei aber auch, dass die Infektion auf Lebenszeit bestehen bleibe.

Der weitere Verlauf der Krankheit werde zeigen, ob man über einen Impfstoff nachdenken müsse. „Die Entwicklung und Vermarktung kostet viel Geld. Wenn sich die Krankheit nicht dramatisch verbreitet, wird sich ein Impfstoff finanziell kaum lohnen“, erläuterte der Veterinäramtsleiter. Momentan könne man nur weiterhin abwarten.

In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass es sich bei dem Schmallenberg-Virus (SBV) um einen ähnlichen Typ wie das Akabane-Virus aus Afrika handelt. Akabane-Viren sind bislang in Afrika, Asien und Australien nachgewiesen worden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das nach dem Ort der Entdeckung benannte Schmallenberg-Virus wie auch das Akabane-Virus für Menschen ungefährlich ist.

Erste SBV-Erkrankungen waren im August 2011 in Deutschland, den Niederlanden und Belgien bekannt geworden.

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