Landkreis - Eine Befahrensregelung für den Kanutourismus wird es auf der Hunte zwischen Diepholz und Wildeshausen vorerst nicht geben. Dafür haben die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses gestern mehrheitlich votiert.
Es mache keinen Sinn, das Kanufahren aus Naturschutzgründen einzuschränken, solange es in diesem Bereich der Hunte noch nichts schützenswertes gebe, lautete der Tenor bei den meisten Ausschussmitgliedern.
Auch Landrat Frank Eger unterstrich: „Für eine solche Maßnahme braucht man die Akzeptanz aus der Bevölkerung. Und wo soll die Akzeptanz herkommen, wenn rechts und links an der Hunte nur Maisflächen sind?“ Unter den aktuellen Voraussetzungen sehe er keine Rechtsgrundlage für eine Beschränkung.
Die beiden anderen beteiligten Landkreise Diepholz und Vechta hatten sich schon vorher gegen eine Beschränkung ausgesprochen.
Bis Oldenburg gibt es
eine Beschränkung
„Zunächst muss an diesem Abschnitt die Landschaft weiter entwickelt werden“, sagte Axel Brammer (SPD). Wenn es dann einen Handlungsbedarf gebe, könne man immer noch beschränkend eingreifen.
Zunächst die Landschaft
weiterentwickeln
Prof. Carola Becker (Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems), die dem Ausschuss als Hinzugewählte beiwohnt, war ebenfalls der Meinung: „Der Entwicklungsauftrag muss im Vordergrund stehen. Nur so lässt sich bei der Bevölkerung eine Akzeptanz erreichen. Wenn auf einer breiten Landstraße ohne Grund Tempo 70 gilt, stößt das auch auf Unverständnis.“
Einzig Frank Freese (FDP) und Eckhard Hildebrandt (Freie Wähler) beharrten auf einer sofortigen Beschränkung. Er glaube sehr wohl, dass der Kanuverkehr Auswirkungen auf die Tierwelt habe, sagte Hildebrandt. Freese verwies auf das Ergebnis einer vom Landkreis in Auftrag gegebenen avifaunistischen Untersuchung.
Eva-Maria Langfermann erläuterte, dass das Untersuchungsergebnis zwar vereinzelt auf schützenswerte Vögel hinweise. Aus Sicht des Landkreises würden diese aber nicht durch den Bootsverkehr gestört – vor allem auch, weil jene Vogelarten nicht im Uferbereich, sondern weiter oberhalb ihre Nistplätze haben.
Am Ende stimmte der Ausschuss mehrheitlich gegen eine Beschränkung zum jetzigen Zeitpunkt. Hildebrandt und Freese enthielten sich. Einigkeit herrschte darüber, dass weiterhin Maßnahmen zur Aufwertung der Uferrandstreifen und zur Renaturierung von Nebengewässern vorangetrieben werden sollen. · js
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