018.02.10|Landkreis Oldenburg|Landkreis Oldenburg|
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Landkreis - (ck) · Gestern Mittag glühten plötzlich die Drähte zwischen Hannover und dem Kreishaus in Wildeshausen in den heimischen Blätterwald. Nacheinander riefen die Landtagsabgeordneten Axel Brammer (SPD) und Ansgar Focke (CDU) an. Sie verrieten Landrat Frank Eger, dass sie mit Elisabeth Heister-Neumann gesprochen hätten und die CDU-Kultusministerin ihnen die Unterschrift zur Genehmigung der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Wardenburg versprochen habe. Eine Stunde später stand ihr Name unter dem Antrag des Landkreises als künftigem Schulträger.

Durch diese Tür der Wardenburger Everkampschule sollen künftig die Gesamtschüler ein- und ausgehen.
Zum neuen Schuljahr soll damit die IGS für das nördliche Schuleinzugsgebiet des Landkreises – die Gemeinden Wardenburg, Hatten und Großenkneten – an den Start gehen. Die letzte Voraussetzung besteht jedoch darin, dass genügend Anmeldezahlen vorliegen – mindestens 130 Jungen und
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Mädchen pro Jahrgang. Doch da hegt Eger nach den jüngsten Anfragen interessierter Mütter und Väter von jetzigen Viertklässlern keine Befürchtungen. „Natürlich bin ich erleichtert“, reagierte er auf die Nachricht der Genehmigung. Ansonsten hätte er „alle ungeduldig auf eine Entscheidung wartenden Eltern zur Ministerin geschickt“.
Denn die Zeit drängte, weil der 20. Februar als Anmeldeschluss für die verschiedensten Schulformen feststeht. Gestern Mittag nun dankte Eger allen Parlamentariern über sämtliche Parteigrenzen hinweg, die sich für die Beschleunigung des Entscheidungsprozesses einsetzten. „Aus meiner Sicht hätte das Ganze aber auch etwas schneller, effektiver und kooperativer laufen können“, urteilte der Landrat.
Erst jetzt ist somit sicher, dass die Landesschulbehörde das nötige Kontingent an Pädagogen für die völlig neue Schulform bekommt. Denn erstens läuft der Haupt- und Realschulbetrieb an der Wardenburger Everkampschule wie gewohnt weiter, zweitens bedarf es weiterer Lehrkräfte mit der Befähigung, an gymnasialen Oberstufen zu unterrichten. Parallel zum Entscheidungsprozess hatte die Schulbehörde jedoch schon eine entsprechende Liste zusammengestellt.
„Ich hoffe, dass sich jetzt schnell ein Gründungsgremium aus den entsprechenden Lehrern treffen kann“, unterstrich Ronald Borm als stellvertretender Leiter der Everkampschule. Auch er freute sich über die gestrige Nachricht: „Die deutliche Mehrheit unseres Kollegiums begrüßte die Pläne, unter unserem Dach eine IGS einzurichten – und einige bekundeten ihr Interesse, dort mitzuwirken.“ Für ihn selbst komme dies zweieinhalb Jahre vor seiner Pensionierung nicht mehr in Frage, doch er wertet diesen neuen Zweig als „große Chance“.
Borm rechnet damit, dass neben weiteren Lehrern auch zusätzliches Personal für die Verwaltung Einzug in die Büros hält.
Vergangene Woche musste sich Landrat Eger noch ärgern, weil die Landesschulbehörde 17 neue Gesamtschulen genehmigt hatte, vier weitere – unter anderem die Wardenburger – aber noch nicht.
Den Grund dafür lieferte gestern der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley nach: Die Prüfungen dieses Antrags seien deshalb so sorgfältig ausgefallen, weil die Elternbefragung ergeben habe, dass sehr weite Anfahrtswege der Schüler nötig wären. „Zudem bestehen immer noch große Sorgen hinsichtlich einer Gefährdung der umliegenden Haupt- und Realschulen sowie des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Ahlhorn. „Eine Genehmigung des Sekundarbereichs II für die IGS kann damit – wenn überhaupt – erst für das Schuljahr 2015/2016 erteilt werden“, berichtete Bley. Ihm sei wichtig, dass die geforderte Einführung einer Oberstufe am Ahlhorner Gymnasium nicht in Gefahr sei.
Da sieht sein Fraktionskollege Ansgar Focke jetzt den Landkreis als Schulträger „in der Pflicht, so zu handeln, dass die neue Gesamtschule in Wardenburg ein Erfolg und die Oberstufe in Ahlhorn nicht gefährdet wird“.
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