Harpstedt - (ck) · Gepflegte und moderne Ausstattung, mehr als ausreichend Raumkapazitäten, engagierte Lehrer und Eltern, Unterstützer aus Reihen der Samtgemeindeverwaltung und viele potenzielle Interessenten:

Wolfgang Bleyer (l.) erklärte den Politikern und Eltern, warum in Harpstedt vieles für eine Gesamtschule spricht.
Das alles bringt die Haupt- und Realschule Harpstedt an Voraussetzungen als Standort einer Gesamtschule mit sich. Doch die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion blieben während ihres gestrigen Ortstermins samt Führung mit Rektor Wolfgang Bleyer bei ihrer Skepsis, sich nach dem „Ja“ zu Wardenburg nun für eine zweite Gesamtschule im Landkreis Oldenburg stark zu machen.
FDP-Fraktionschef Ernst-August Bode stand zu seiner Auffassung, dass mit den Liberalen im Kreistag ein weiteres neues Bildungsangebot dieser Art nicht zu machen sei – ob nun als „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) oder „Kooperative Gesamtschule“ (KGS). Er und seine Kollegen blicken nämlich besorgt auf die sinkenden Geburtenjahrgänge: „Wenn sich die Schülerzahlen überall so entwickeln, besteht so schon überall die Gefahr, eine schwache Bildungsstruktur zu bekommen.“
„Wir wollen uns die Butter nicht so einfach vom Brot nehmen lassen“, unterstrich Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes. Dieser Besuch solle verdeutlichen, dass diese geräumige und gut ausgestattete Schule mit wenig finanziellem Aufwand sehr leicht hätte als KGS oder IGS in Frage kommen können.
Tanja Koutianidis vom Elternrat der Haupt- und Realschule ergänzte, dass sie und viele weitere Eltern nichts gegen eine IGS einzuwenden hätten. „Wir haben uns im Vorfeld aber vor allem deshalb für eine KGS stark gemacht, weil für eine Genehmigung geringere Schülerzahlen zugrunde gelegt worden waren.“
Dass das Schulzentrum aber über die nötige Infrastruktur verfügt, erkannten die in Schulbereisungen schon mehr als erfahrenen Liberalen bereits beim Eintreten ins Lehrerzimmer sowie die ersten Fachunterrichtsräume und Klassenzimmer. Zudem hatte ihnen Bleyer anhand der Schülerzahlen aus den vergangenen Jahren verdeutlicht, dass hier massenhaft räumliche Ressourcen für eine Gesamtschule bereit stünden: Zu Zeiten der Orientierungsstufe gingen hier 2003 noch 633 Jungen und Mädchen ein und aus, mittlerweile seien es noch 413 Schüler in 19 Klassen. „Wenn ich die politischen Diskussionen richtig verfolgt habe, geht es stets darum, die bestehenden Schulen nicht zu gefährden“, erinnerte Bleyer die Mandatsträger. Hier hingegen werde die Schulzweig-übergreifende Kooperation zwischen Haupt- und Realschule schon seit Jahren groß geschrieben, und in den Inspektionen hätte die pädagogische Arbeit stets gut abgeschnitten. „Hier könnten wir auch 800 Schüler unterrichten“, unterstrich Bleyer.
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