Oldenburg (eb/cs) · Es ist ein außergewöhnlicher Zug, der in den kommenden Wochen durch das Oldenburger Land rollt. An Bord sind keine normalen Fahrgäste, sondern Erinnerungen. Fotos, Briefe und andere Ausstellungsstücke sollen bewusst machen, dass vor gerade einmal etwas mehr als sechzig Jahren Züge durch Deutschland fuhren, die die Passagiere an einen Ort voller Leid, Elend und Tod brachten.

Die Ausstellung im „Zug der Erinnerung“ gedenkt der deportierten Kinder und Jugendlichen im Nationalsozialismus.
Der „Zug der Erinnerung“ macht auch in Delmenhorst, Vechta und Oldenburg halt. Mit der Ausstellung im Zug wird der Kinder und Jugendlichen gedacht, die zur Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden. Die Zahl der minderjährigen NS-Opfer, die auf dem Schienenwege in Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden, wird auf 1,5 Millionen geschätzt. „In einer Zeit, in der rechtsradikales Denken, Reden, und Tun unsere Gesellschaft auf neue Art herausfordert, ist es gut, sich zu erinnern“, begründet Heinrich Timmerevers, Weihbischof des Bischöflich Münsterschen Offizialats, warum die katholische Kirche den Zug im Rahmen des Projekts „Würdenträger“ in die Region eingeladen hat. Denn dieses richtet sich gegen Rechtsradikalismus. „Die Erinnerung hilft uns zu begreifen, dass wir mit Entschiedenheit für die unveräußerliche Menschenwürde einstehen müssen“, betont der Weihbischof.
Der „Zug der Erinnerung“ besteht aus einer historischen Dampflok und mehreren Ausstellungswaggons, in denen Fotos und Briefe der Deportierten gezeigt werden. Ziel des Zuges ist die Gedenkstätte Auschwitz. Initiatoren sind Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland, die damit „einen Beitrag gegen Antisemitismus, Fremdenhass und nationalen Größenwahn“ leisten wollen.
Besonders richtet sich die Ausstellung aber an Gruppen. Ab einer Stärke von fünf Personen können diese sich im Internet unter http://www.kirchentuer.de/zug anmelden. Einzelpersonen können sich den Gruppen ohne Anmeldung anschließen.
Weihbischof Timmerevers lädt besonders Jugendliche ein, den Zug zu besuchen. „Auf ihnen ruht unsere Hoffnung, dass Respekt und Nächstenliebe Bestand und Durchsetzungsvermögen haben.“
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