005.06.10|Landkreis Oldenburg|Landkreis Oldenburg|
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Oldenburg (cs) · Trikots in den unterschiedlichsten Farben, jubelnde Fans und laute Pfiffe dominierten gestern das Bild auf dem Sportplatz des FC Ohmstede in Oldenburg. Mehr als 300 junge Fußballspielerinnen von fast allen Oldenburger Grundschulen waren angetreten, um beim Mädchenfußballturnier des Projekts „Mick – Mädchen kicken mit“ den Pokal zu gewinnen.

Thomas Kossendey (l.) und Gerd Schwandner begrüßten Steffi Jones in Oldenburg.
Was für die Kinder in erster Linie jede Menge Spaß bedeutete, bestätigte die Projektpartner von „Mick“ in ihrem Ziel: Erfolgreiche soziale Integration durch den Sport.
Dieses Anliegen unterstützt auch Steffi Jones, ehemalige Fußball-Nationalspielerin und Weltmeisterin 2003. Als Präsidentin des Organisationskomitees der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 liegt ihr natürlich besonders am Herzen, dass der Frauenfußball attraktiver wird – auch deshalb war sie gestern als Schirmherrin des Turniers in Oldenburg dabei – auch als Vertreterin des Deutschen Fußballbundes, der das Projekt unterstützt. Oberbürgermeister Gerd Schwandner und Thomas Kossendey, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, den Mädchen beim Kicken zuzuschauen. Und sogar ein Filmteam des ZDF war vor Ort. Warum? „Weil es ein Projekt ist, das in Oldenburg selbstverständlich erscheint, aber bundesweit für Furore sorgt“, meinte Oldenburgs Gleichstellungsbeauftragte Kornelia Ehrhardt. Denn das Prinzip von „Mick“ – in Zusammenarbeit mit lokalen Sportvereinen wird in schulischen Arbeitsgemeinschaften Fußball angeboten, dadurch werden vor allem auch Mädchen mit Migrationshintergrund in das soziale Leben eingebunden – wird in immer mehr Bundesländern übernommen. „Mich freut es besonders, dass über das Projekt viele Mädchen mit Migrationshintergrund in Oldenburg den Weg in den Verein gefunden haben“, meinte Jones, Tochter eines US-Soldaten und einer deutschen Mutter.
Der Erfolg des Projekts war den Teilnehmerinnen des Turniers aber gestern ziemlich egal. Schließlich stand für sie ein Star und Vorbild Rede und Antwort. Steffi Jones nahm sich viel Zeit für die Mädchen, die sich Autogramme sogar auf alte Kassenbons geben ließen, war nichts anderes vorhanden. „Ich habe richtig guten Fußball gesehen“, lobte der Ex-Profi den Nachwuchs. Und bescheinigte den Schülerinnen eine wichtige Rolle: „Ihr alle seid WM-Botschafter, weil ihr Fußball spielt.“
Jones lobte besonders, dass mit „Mick“ die Mädchen auch dazu angeregt würden, Trainerinnen oder Trainerassistentinnen zu werden, „denn davon brauchen wir noch mehr.“ Einsatz bewiesen auch die jugendlichen Oldenburger Schülerinnen, die das Turnier organisiert hatten.
Nicht nur in Deutschland, auch in den Niederlanden soll die Integration bald über das Fußballspielen gehen. Das jedenfalls ist der Wunsch von Dr. Ulf Gebken und Julika Vosgerau, die das Projekt ins Leben gerufen hatten. „Die Idee ist, eine Städtepartnerschaft mit Groningen aufzubauen“, so Gebken. „Das könnte langfristig eine Perspektive sein.“
In Oldenburg aber ist Steffi Jones‘ Vision Wirklichkeit geworden: „Dass jedes Mädchen, das Fußball spielen möchte, das in seiner Nähe tun kann.“
Durchgesetzt haben sich im Endspiel übrigens die Mädchen der Grundschule Kreyenbrück gegen das Nadorster Team. Am Montag gibt es dann noch das Jungen-Fußballturnier – und anschließend können Mädchen gegen und mit Jungen auf dem Schulhof kicken.
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