Oldenburg - (ck) · Die erste „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) des Landkreises ist noch nicht einmal an den Start gegangen, da beantragte Otto Sackmann (UWG) schon eine zweite – für den Nordosten des Kreisgebiets.

Gibt es bald auch eine IGS am Schulzentrum Bookholzberg?
Das erschien dann gestern Abend im Kreis-Schulausschuss selbst Sven Jochims als Elternratsvorsitzendem der Gemeinde Ganderkesee zu schnell: „Für uns kommt die politische Diskussion darüber einen Tick zu früh.“ Zwar herrsche Einigkeit innerhalb der Elternräte in Ganderkesee und Hude, die eine IGS in einer der beiden Kommunen wünschten, aber die zwei Gremien würden lieber erst in gemeinsame Findungsgespräche einsteigen. Das sahen die Ausschuss-Mitglieder genauso.
Also verständigten sich die Mandatsträger widerspruchslos darauf, dass die Kreisverwaltung zunächst ein Meinungsbild der politischen Entscheidungsträger, Elternvertreter und Verwaltungen Hudes und Ganderkesees abfragt. In einem der nächsten Schulausschüsse soll Landrat Frank Eger über den Sachstand berichten.
Dafür zeigte auch Sackmann Verständnis. Der Ganderkeseer Ratsherr räumte ein, dass sich die Politik vor Ort damals zu spät bewegt habe. Allerdings bemängelte er ebenso, dass die Kreisverwaltung die Eltern im Vorfeld der Diskussion über eine erste Gesamtschule zu wenig informiert habe.
Jetzt wunderte sich Eger über die plötzlich „blühenden Befürworter“ einer IGS, obwohl damals in Hude die Mehrheit eine „Kooperative Gesamtschule“ (KGS) wollte. Er plädierte dringend dafür, die Entwicklungen in der Bildungslandschaft abzuwarten: „Wir wissen noch nicht einmal ansatzweise, wie viele Schüler der Oldenburger Graf-Anton-Günther-Schule uns ab dem neuen Schuljahr die IGS kostet.“ Er rechnet mit einem geringeren Zulauf für das Gymnasium in der Stadt, weil viele Familien sich nun für die Gesamtschule in Wardenburg entscheiden. Entsprechenden „Schwund“ befürchtet der Landrat auch fürs Gymnasium Ganderkesee, wenn etwa in Hude, Bookholzberg oder Ganderkesee selbst eine IGS entstehe.
Das konnte Heinz Brigant (SPD) nur schwer nachvollziehen: „Dieser Zusammenhang stimmt nicht. Eine IGS ist kein Alternativ-Gymnasium.“ Vielmehr sehe er eine Konkurrenz für Haupt- und Realschulen, „weil vor allem diejenigen Eltern eine Gesamtschule möchten, die ihre schwächeren Kinder dort besser gefördert sehen“. Insgesamt begrüßte Brigant jedoch den Vorstoß der UWG, „zeigt sie doch damit die politische Willensbekundung einer IGS“. Wenn dies jetzt auch noch die Eltern wünschten, „haben wir als gewählte Vertreter die Pflicht zu reagieren“. Zuvor hatte sich bereits Brigants Fraktionskollege Franz Duin dafür ausgesprochen, den Elternwillen für oder gegen eine IGS zu respektieren. Er hoffe auf die nötige Zeit, um während der politischen Debatte in „ruhigen Bahnen bleiben zu können“.
Ernst-August Bode (FDP) schlug vor, erst ein Gespräch mit den Vertretern der Eltern-Interessen abzuwarten. Und Horst Siemers (CDU) wollte schon gestern Abend ein Schulausschuss-Votum für eine Elternbefragung. Klaus Kapell von der Landesschulbehörde hegte jedoch seine Zweifel, dass das Kultusministerium eine weitere IGS im Landkreis genehmige. Also sah Manfred Rebensburg (Grüne) Egers ins Gespräch gebrachte Option einer kreisübergreifenden IGS in Lemwerder oder Berne als „interessante Variante“.
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