Harpstedt - SCHULENBERG · Performer, Poet und Pianist Tim Verbarg hat als Gastgeber und Hobbykoch nicht „das perfekte Dinner“ in der gleichnamigen VOX-Show kredenzt.

© Foto: VOX
Er würzte sein Essen nicht nur mit Kräutern, sondern den Kochabend auch mit Unterhaltung: Tim Verbarg. ·
Zumindest nicht, wenn man als Maßstab die Punktevergabe durch seine vier Gäste und Wettbewerber zugrunde legt. Nach der am Donnerstag ausgestrahlten Sendung, in der sich der Unterhaltungskünstler aus Schulenberg am Herd behaupten musste, trug Verbarg gemeinsam mit Soziologiestudent Tom die redensartliche rote Laterne. Beide lagen mit je 30 Punkten hinten. Das änderte sich gestern, als Abiturient Saed gefordert war, ein Dinner zu kredenzen, und dabei ins Klo griff. Er kam auf den letzten Platz. Den Wochengewinn, 1 500 Euro in bar, holte sich die Fotografin Andrea (43) aus Delmenhorst mit 35 Punkten vor der Interieurdesignerin Alex (33) mit 32 Zählern. Die Nachnamen der Mitstreiter nennt VOX in der Show grundsätzlich nicht.
Verbargs Hauptgang, Lammbraten mit Kürbisgemüse auf Rosmarinkartoffeln und Apfel-Rote-Bete-Salat, hätte etwas liebevoller angerichtet sein dürfen, mundete aber offenkundig. Mit seiner Vorspeise, Gemüsebrühe und Sauerteigbrot, sowie dem Dessert, einer Vanille-Himbeere-Eiskreation, konnte der 51-Jährige indes nicht recht überzeugen. „Relativ einfach“, maulte Andrea. „Das war eben ‘ne Suppe. Die war warm und – warm“, urteilte sie über die Brühe. Dafür benötigtes Gemüse hatte der Gastgeber aus seinem Erdkeller geholt. Am Ende gaben ihm drei Gäste sieben und einer neun Punkte. Da Verbarg an der „Schlafrock“-Variante der Show teilnahm, musste er einen Übernachtungsgast beherbergen: Die Zuschauer sahen, wie er Alex mit meditativer Musik auf der Samsula in den Schlaf spielte – und darüber selbst neben ihr einschlummerte.
Seine Wettbewerber hatten gemutmaßt, dass er „hölzern“ und „alternativ“ wohne. Sie sollten Recht behalten. Der Unterhaltungskünstler lebt in einem Haus auf dem Gelände des Vereins für ganzheitliches Lernen und erwähnte in der Sendung den benachbarten Freinet-Kindergarten und die Kinderkrippe. „Freunde unkonventionellen Hippietums würden hier voll auf ihre Kosten kommen“, merkte der VOX-Kommentator mit der ihm eigenen Neigung zu leisem Spott an.
Am Herd und beim Eindecken stand dem Schulenberger der Stress ins Gesicht geschrieben. Für die Tisch-Deko blieb nicht genug Zeit. Ein Fleck verschwand kurzerhand unter dem Butternapf, blieb aber gleichwohl nicht unentdeckt. Vor diesem Hintergrund mutete der Appell des Gastgebers an die Gäste, beim Essen aufs Tischtuch aufzupassen, leicht befremdlich an.
Alles in allem genoss Verbarg unter seinen Mitstreitern den Ruf des liebenswerten, alternativ lebenden und ein bisschen hektischen Schöngeistes mit Hang zum Bekritteln. Diesen Eindruck vermittelte zumindest VOX. · boh
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