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IGS-Initiative wirft die Flinte nicht ins Korn

Eltern sehen in Oberschule eine Notlösung / Heute Abend Treffen im Hotel „Zur Wasserburg“

IGS-Initiative wirft die Flinte nicht ins Korn

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Harpstedt - HARPSTEDT (boh) · Pessimisten haben sie wohl endgültig abgeschrieben, aber selbst wenn sie doch noch kommen sollte, kommt sie für die jetzigen Viertklässler zu spät: Eine Integrierte Gesamtschule startet mit Sicherheit nicht mehr nach den Sommerferien in Harpstedt, wie sich dies die IGS-Elterninitiative erhofft hatte.

Weil nach Datenlage nur Vierzügigkeit nachweisbar ist, bleibt die Genehmigung versagt. Der ablehnende Bescheid sei bereits geschrieben; darunter fehle „nur noch die Tinte des Ministers“, zitierte Maik Ehlers, Leiter des Fachbereiches Schulen und Hochbau in der Kreisverwaltung, gestern die Landesschulbehörde. Über eine etwaige Klage des Landkreises gegen die Nichtgenehmigung der IGS müsste das Verwaltungsgericht Oldenburg entscheiden. Nach Ehlers‘ Einschätzung könnte das Verfahren womöglich bis Ende 2011 zum Abschluss gebracht werden. Doch egal, wie es ausgehe, sei ein Start der IGS zum Beginn des kommenden Schuljahres „völlig utopisch“. Diesbezüglich gibt sich auch die Elterninitiative keinen Illusionen hin. Gleichwohl hält sie fest an ihrer Forderung nach einer IGS, „wo alle Kinder die Chance auf ein späteres Abitur bekommen“. Die Option, die von der Landesregierung propagierte Oberschule, die in Harpstedt „keinen gymnasialen Zweig hätte“, käme einer „Notlösung“ gleich. Für IGSen habe das Land lediglich eine „winzige Verbesserung“ der Genehmigungsvoraussetzungen zugebilligt: Jetzt seien „nur“ noch mindestens 120 statt bislang 130 Schüler pro Jahrgang über einen Zeitraum von zehn statt bislang 14 Jahren nachzuweisen. Dass jeder Jahrgang weiterhin aus mindestens fünf Klassen bestehen müsse und das neue Schulgesetz Unterschreitungen der Fünfzügigkeit in Ausnahmefällen nicht vorsehe, sei „hauptsächlich auf Betreiben der Landtags-FDP“ entschieden worden. Die Elterninitiative wertet das als „ganz klare Benachteiligung“ des ländlichen Raumes.

„In intensiven Gesprächen mit der FDP wurde uns als Hauptgrund gegen Ausnahmeregelungen die mögliche Gefährdung anderer Schulstandorte durch die Einrichtung neuer IGSen genannt. Die Anregung, Ausnahmeregelungen mit eben diesem Ausschlusskriterium zu machen, ist nicht umgesetzt worden. Warum nicht? Hier würde kein Schulstandort gefährdet, im Gegenteil: Ohne eine IGS in Harpstedt wird es nun keine Entlastung für Wildeshausen und sein Gymnasium geben“, bedauert die Elterninitiative.

Für eine Oberschule mit gymnasialem Zweig genügen indes drei Züge. Diese Ungleichbehandlung gegenüber der IGS könnte aus Sicht der Eltern aber die Chancen einer Klage gegen den ablehnenden Bescheid der Landesschulbehörde erhöhen. Die Initiative denkt jedenfalls trotz vieler geplatzter Hoffnungen nicht daran, die Flinte schon ins Korn zu werfen. Sie will weiterhin kämpfen, den Landkreis ermuntern, den Klageweg zu gehen, und erhofft sich Unterstützung durch weitere engagierte Eltern.

Wer sich informieren und möglicherweise anschließen möchte, erfährt heute ab 19.30 Uhr bei einem Treffen im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ alles Nähere.

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