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Aktive Werbegemeinschaft unterstützt Volksbegehren für gute Schulen in Niedersachsen

„Das geht jeden etwas an“

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Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Die Wiedereinführung des 13. Schuljahres bis zum Abitur, die Fortführung bestehender Voller Halbtagsschulen sowie niedrigere Einführungsvoraussetzungen für Gesamtschulen will das „Volksbegehren für gute Schulen in Niedersachsen“ erreichen. Obwohl diese Forderungen sicher auch viele Bürger aus der Samtgemeinde Harpstedt mittragen könnten, haben hier erst 313 Wahlberechtigte unterschrieben. Das scheint deutlich steigerbar. Die Aktive Werbegemeinschaft hat den Schulelternräten, -vorständen und -leitungen jetzt Unterstützung zugesagt: Spätestens ab Montag sollen in vielen Harpstedter Geschäften Unterschriftenlisten ausliegen.

Für das Volksbegehren rühren hier zusammen mit Kindern die Werbetrommel (v.l.): Tanja Koutianidis (Haupt- und Realschul-Elternrat), Stefan Wachholder (Werbegemeinschaftsvorsitzender), Regina Huntemann (Schulvorstand Grundschule Harpstedt) Wolfgang Kunsch (Grundschulrektor), Ingo Fichter (Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters), Heike Heiser (Haupt- und Realschul-Elternrat), Wolfgang Bleyer (Haupt- und Realschulleiter) und Michaela Claußen (Elternrat der Grundschule Harpstedt).

Für das Volksbegehren rühren hier zusammen mit Kindern die Werbetrommel (v.l.): Tanja Koutianidis (Haupt- und Realschul-Elternrat), Stefan Wachholder (Werbegemeinschaftsvorsitzender), Regina Huntemann (Schulvorstand Grundschule Harpstedt) Wolfgang Kunsch (Grundschulrektor), Ingo Fichter (Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters), Heike Heiser (Haupt- und Realschul-Elternrat), Wolfgang Bleyer (Haupt- und Realschulleiter) und Michaela Claußen (Elternrat der Grundschule Harpstedt).

Indirekt könnte der im Volksbegehren formulierte Gesetzesentwurf, falls er denn landesweit mindestens 608 731 Unterstützer (zehn Prozent der Wahlberechtigten) findet, zum langfristigen Erhalt der Haupt- und Realschule Harpstedt beitragen. Aus Sicht von Rektor Wolfgang Bleyer, Elternrat und Kommunalpolitik führt kein Weg an der Einrichtung einer Gesamtschule vorbei, wenn die Existenz dauerhaft gesichert werden soll. Gefordert wird jetzt das „integrierte“ Modell, die IGS, und diese Forderung ließe sich mit niedrigeren Zugangshürden, also mit weniger hohen Mindestschülerzahlen, womöglich leichter durchsetzen.

„Wenn die Haupt- und Realschule irgendwann verloren ginge, wäre das für alle ein Riesen-Drama – und für die Geschäfte überhaupt nicht gut. Dieses Thema geht jeden etwas an. Es muss uns einfach alle wachrütteln“, betont der Werbegemeinschaftsvorsitzende Stefan Wachholder. „Schule ist ein Standortfaktor und auch für die Wirtschaft und die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen, immens wichtig“, weiß Haupt- und Realschulrektor Wolfgang Bleyer. Heike Heiser aus dem Schulelternrat pflichtet bei: „Nach einem Verlust der Schule könnte die Samtgemeinde ,Seniorenzentrum Harpstedt‘ heißen, weil niemand mehr herziehen würde.“ Offenbar stoße das Volksbegehren aber immer noch vielfach auf Desinteresse. „Wir brauchen mehr Alternativen innerhalb unseres Schulsystems und mehr Chancengleichheit“, sagt Heiser. Leider stehe Niedersachsen bei der Bildungspolitik im Vergleich mit anderen Bundesländern „hinten an“.

Dass eine Beschneidung der Haupt- und Realschule sehr schnell kommen könnte, fürchtet die Elternratsvorsitzende Tanja Koutianidis. Die „erste Gefahr“, die schon in den nächsten Jahren drohe, sei der Verlust des bereits stark ausgedünnten Hauptschulzweiges. Mit dem Volksbegehren lasse sich „eine Menge“ bewegen, so Koutianidis. „Das ist eine Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt“, stimmt Heike Heiser zu.

In das Volksbegehren setzen auch die Verfechter der Vollen Halbtagsschulen ihre letzten Hoffnungen (das Auslaufen dieser Schulform ist bekanntlich schon besiegelt und gesetzlich verankert).

Die Unterschriftensammlung unterliegt strengen formalen Kriterien. Sie sei diesbezüglich überhaupt nicht vergleichbar mit der Unterschriftenaktion gegen die Vollsperrung der Harpstedter Ortsdurchfahrt, sagt Stefan Wachholder. Es komme darauf an, die Bögen vorschriftsgemäß auszufüllen; auch die betreffenden Geschäftsleute würden darüber aufgeklärt. Ein Hinweisblatt, das mit den Listen ausgelegt werden soll, informiert über die genauen Modalitäten.

Während des Musikfrühstücks, das am Sonntag, 25. April, um 11 Uhr auf dem Harpstedter Marktplatz beginnt, soll ebenfalls um Unterstützung des Volksbegehrens geworben werden.

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