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Strampeln für den Umweltschutz

Martin Brinkmann stellt den Neerstedter Kindergarten auf einen Tag ohne Strom ein / Experimente zum Energieverbrauch

Strampeln für den Umweltschutz

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Doetlingen - Von Daniel NiebuhrNEERSTEDT · Wenn das kein gutes Timing ist: Pünktlich an dem Tag, an dem die Europäische Union für den Umweltschutz die 75-Watt-Glühbirne verboten hat, ist gestern auch der Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt so richtig ins Energiesparen eingestiegen.

Strom durch Muskelkraft: Der fünfjährige Corvin bringt vier Lampen zum Leuchten.

Strom durch Muskelkraft: Der fünfjährige Corvin bringt vier Lampen zum Leuchten.

+Im Rahmen des Wettbewerbs „Ein Tag ohne Strom“, der von der gemeinnützigen Gesellschaft „Leuchtpol“ organisiert wird, soll im Kindergarten am 22. September für einen Tag der Zähler stillstehen. Und genau deshalb war bereits gestern Martin Brinkmann vom Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen vor Ort, um die Kinder in die Thematik einzuführen – und das ausgesprochen clever.

Zunächst stellte ein eigenes kleines Kraftwerk auf: ein Standfahrrad, an dem der klassische Dynamo vier Lampen zum Leuchten bringen konnte. Vorausgesetzt, die Kinder traten kräftig in die Pedale, aber dafür fanden sich schnell die richtigen Freiwilligen. Der fünfjährige Corvin gab auf dem Rad soviel Gas, dass nicht nur die Lichter strahlten, sondern sogar der Dynamo quietschte. „Wenn wir für vier Lampen schon so sehr strampeln müssen“, merkte Brinkmann an, „dann seht ihr, wieviel Energie erst für den Kindergarten nötig ist.“ Energie, die nicht verschwenden werden sollte, denn: „Je mehr Strom wir verbrauchen, desto schlechter geht es der Umwelt.“

Wie viel schon das Ausschalten des Deckenlichts oder des Wäschetrockners ausmachen kann, demon-strierte Brinkmann in einem weiteren Experiment. Am Stromzähler verfolgten die Kinder am Zählrad, wie viel Strom im Kindergarten verbraucht wird. Mit einem Kreis simulierte die Gruppe das Rad und versuchte, sich schneller zu drehen als der Zähler. Mit einem geradezu niederschmetternden Ergebnis: Die Kinder purzelten zu Boden, und das Zählrad gewann das Rennen. Doch Martin Brinkmann wusste Rat: „Schaltet alle Geräte aus, die nicht benötigt werden“, forderte er die Kinder auf, und die ließen sich nicht zweimal bitten.

Fünf Minuten später, das gleiche Experiment, und dieses Mal war der Kinderkreis deutlich schneller.

„Das war heute natürlich nur der Anfang“, erzählt Erzieherin Monika Siemer, „wir wollten erst einmal das Bewusstsein der Kinder schärfen, bevor wir uns am Tag ohne Strom versuchen.“ Am 22. September winken nämlich hochkarätige Preise, wenn „Unterm Regenbogen“ möglichst wenig Strom verbraucht wird. Nach der gestrigen Übung sollte da eigentlich nichts schief gehen.

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